Bericht der Techniker-Krankenkasse : Gesundheitsreport: Mehr psychisch Kranke in SH

Die psychisch bedingten Krankschreibungen und Medikamentenverschreibungen sind im letzten Jahr gestiegen.

shz.de von
09. Juli 2015, 16:39 Uhr

Kiel | Bei den psychisch bedingten Krankheitstagen wurde erneut einen Anstieg in Schleswig-Holstein verzeichnet. Laut einem aktuellen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) waren im vergangenen Jahr bei der Kasse versicherte Erwerbstätige statistisch gesehen 3,2 Tage lang aufgrund dieser Diagnosen krankgeschrieben. Damit liege Schleswig-Holstein weiterhin über dem Bundesdurchschnitt von 2,7 Tagen, heißt es in dem Bericht.

Für den Gesundheitsreport hat die Krankenkasse die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der 4,4 Millionen erwerbstätigen TK-Versicherten ausgewertet. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I. Für Schleswig-Holstein wurden die Daten von 196.500 Versicherten analysiert. 

Einen leichten Anstieg registrierte die Krankenkasse auch bei der Einnahmedauer verschriebener Medikamente gegen Depressionen, Belastungsstörungen und andere psychische Störungen. Demnach bekam jeder erwerbstätige TK-Versicherte 2014 für 20,8 Tage Medikamente. 2013 waren es noch 20,1 Tage. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 21,4 Tagen.

„Umfragen zeigen, dass die Arbeit viele Menschen nicht nur körperlich sondern auch psychisch belastet. Belastung ist aber immer ein Zusammenspiel mehrerer Einflussfaktoren wie zum Beispiel der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, sagt Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung in Schleswig-Holstein. „Für die Prävention seelischer Erkrankungen ist es deshalb wichtig, Rahmenbedingungen für eine flexible Arbeitsorganisation zu schaffen, die den Bedürfnissen der Beschäftigten gerecht werden.“

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