Aktivregionen : Gesprächsreihe zeigt großen Ideenreichtum auf dem Land

Peter Harry Carstensen ließ sich die Brote schmecken, die die Kinder der Grundschule Ladelund vorbereitet hatten. Foto: Heinrichs
Peter Harry Carstensen ließ sich die Brote schmecken, die die Kinder der Grundschule Ladelund vorbereitet hatten. Foto: Heinrichs

Peter Harry Carstensen zieht eine positive Bilanz seiner Bürgergespräche in den schleswig-holsteinischen Aktivregionen.

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02. Februar 2012, 08:55 Uhr

Breklum | Vom Ideenreichtum und Gemeinschaftssinn seiner Schleswig-Holsteiner ist Ministerpräsident Peter Harry Carstensen begeistert. Dieses positive Fazit formulierte er im Christian-Jensen-Kolleg im nordfriesischen Breklum zum Abschluss seiner Bürgergespräche in den 21 schleswig-holsteinischen Aktivregionen. Insgesamt hat der Landesvater mit dieser Veranstaltungsreihe, die im März 2005 gestartet worden war, rund 3000 Bürger aus allen Schichten und Altersgruppen erreicht. Sie alle hatten die Diskussion mit ihm gesucht. Ihre Fragen waren entweder direkt vor Ort, teilweise auch später schriftlich oder im weiteren persönlichen Gespräch mit dem Ministerpräsidenten beantwortet worden.
Die Themen waren überall vielfältig und umfassten sowohl Bildungsfragen und Kohlendioxidspeicherung als auch den Ausbau der Stromnetze, Tourismus und Wegebau. Aber auch die Haushaltssanierung der Landesregierung und die Europapolitik bewegten die rund 150 Teilnehmer in Breklum. Die Talkrunde moderierte Stephan Richter, Sprecher der Chefredakteure der Medienholding Nord, zu der auch der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) gehört.
Viele Leuchtturm-Projekte
Carstensen: "Es ist uns mit diesem Format gelungen, näher an die Menschen und ihre Probleme zu kommen. Damit konnten wir Distanz abbauen und bei vielen konkreten Problemen vor Ort direkt helfen. Viele Leuchtturm-Projekte - wie das Hospiz in Niebüll - hätten ohne Aktivregionen nicht realisiert werden können", bilanzierte der Ministerpräsident. "In Bezug auf den demografischen Wandel und die Energie wende werden die Regionen in den kommenden Jahren noch viele Veränderungen erleben. Neue Strukturen müssen entstehen", ist er überzeugt.
Im Breklumer Kolleg hatte er auch eine "Projekt-Börse" der Aktivregion Nordfriesland-Nord besucht. Dabei zeigte sich, dass ein Peter Harry Carstensen weiß, was in "seinem" Land los ist: Er war über viele Vorhaben im hohen Norden sehr gut informiert - ob über die Neueröffnung einer Landarztpraxis in Joldelund oder den Erhalt des Niebüller Wasserturms, den die Kreishandwerkerschaft Nordfriesland-Nord zu Ausbildungszwecken nutzen möchte. Auch gesundes Essen ist Thema in der Aktivregion: Mädchen und Jungen der Grundschule in Ladelund rührten an ihrem Stand einen leckeren Brotbelag an, der Ministerpräsident ließ es sich schmecken. Nach dem "Pausensnack" betonte Carstensen, es sei ihm wichtig, die Wirtschaftskraft in den ländlichen Räumen zu stärken, Arbeitsplätze zu erhalten und neu zu schaffen, die Lebensqualität zu sichern sowie die regionale Identität auszubauen. Er dankte Wolfgang Henze aus der sh:z-Redaktion für dessen großes Engagement bei der Umsetzung und Moderation der Bürgergespräche und dem Verlag für dessen außergewöhnliche mediale Unterstützung mit mehr als 200 Seiten Ver öffentlichungen. "Für uns Journalisten ist es ein großes Glück, dass wir die Arbeit in den Aktivregionen aus so großer Nähe beobachten und begleiten dürfen", meinte Richter.
Im ländlichen Raum seien viele Menschen aktiver geworden, lobte Helga Klindt, Vorsitzende der Akademie für ländliche Räume. Dr. Ulrich Neubauer aus dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zeigte sich ebenfalls beeindruckt. "Schleswig-Holstein ist das Land der Ideen", betonte er. Er kenne kein anderes Bundesland, das so eng mit seinen ländlichen Räumen verbunden sei.

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