Vorstandswahl : Geschafft! WiF mit neuer Führungsriege

Newcomer an der Spitze des neuen Vorstands: Vorsitzender Erk Gerret Quedens (37, r.) und sein Stellvertreter Volker Schendel (43). Foto: gudo
Newcomer an der Spitze des neuen Vorstands: Vorsitzender Erk Gerret Quedens (37, r.) und sein Stellvertreter Volker Schendel (43). Foto: gudo

Am Mittwochabend hat es endlich geklappt. Die Wählergemeinschaft "Wir in Flensburg" kann einen frischen Vorstand präsentieren. Der neue starke Mann heißt Erk Gerret Quedens.

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24. Januar 2009, 11:48 Uhr

Flensburg | "Hoffentlich läuft alles reibungslos." Horst Bernsmann hatte kein gutes Gefühl. Eigentlich öffnet er sein Restaurant "Bellevue" zu dieser Jahreszeit nur an den Wochenenden. Doch der Hausherr machte vorgestern großzügig eine Ausnahme. Als WiF-Mitglied ("von Anfang an!") für ihn selbstverständlich, einen freien Abend zu opfern. Und während nebenan viele der 42 Stimmberechtigten ihre Gulaschsuppe löffelten, unkte Bernsmann: "Eine weitere Selbstzerfleischung können wir uns nicht mehr leisten."

Seine Sorgen erwiesen sich als unbegründet. Die Vorstandswahlen liefen in großer Einmütigkeit ab. Fast. Denn das Störfeuer trug am Mittwoch einen Namen: Hans Andersen. Der langgediente WiFler trat noch vor der Abstimmung ans Mikrofon, um einem Newcomer auf den Zahn zu fühlen: Erk Gerret Quedens hatte sich um den Vorsitz beworben. "Ich kenne Sie nicht", stellte Andersen fest - um gleich nachzulegen: Warum sind sie Mitglied der WiF? Woher nehmen sie Ihre Qualifikation? Soll unter Ihnen die Grüppchenarbeit fortgeführt werden? Streben Sie eine Annäherung an die Linke an? Und und und...
Protestrufe und Gelächter im Auditorium

Es wurde laut im Auditorium. Protestrufe und Gelächter. Quedens ließ sich nicht lange bitten und antwortete nonchalant. Der 37 Jahre alte, gebürtige Föhrer beschrieb sich als einen Mann mit gesundem Menschenverstand und Selbstvertrauen. Grundlegende Eigenschaften, um stimmige Konzepte und Ideen zu entwickeln, was teilweise schon geschehen sei. "Wenn Sie mich suchen, werden Sie mich weder rechts noch links finden, sondern in der Mitte", beschrieb der kaufmännische Angestellte seine politische Heimat.

Sein Vortrag wurde immer wieder von Beifall begleitet. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war klar, wer das Rennen machen würde. Der neue Vorsitzende hatte gesprochen. Tatsächlich erhielt der hochgewachsene Flensburger 31 Ja-Stimmen. Neun votierten gegen ihn, es gab zwei Enthaltungen. Sein Stellvertreter musste sich mit drei Stimmen weniger begnügen. 13 waren gegen den Unternehmer Volker Schendel (der "Baufuchs"). Auch der 43-jährige gelernte Architekt musste sich vor seiner Wahl einem Verhör durch Andersen unterziehen. So habe Schendel angeblich versucht, Mitglieder zu denunzieren.
Die Arbeit der bis dato kommissarischen Vorsitzenden Erika Vollmer und des scheidenden Vorstands wurde ausdrücklich gewürdigt. "Er hat uns an die Spitze der Flensburger Politik gebracht", sagte Peter Neuendorf. Er konnte sich allerdings ein paar Seitenhiebe auf die bisherigen Beisitzer nicht verkneifen und prangerte "unschönes Positionsgerangel" und Intrigantentum an. "Das", so Neuendorf, "hatte mit dem einstigen Wir-Gefühl überhaupt nichts mehr zu tun."

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