Oberverwaltungsgericht : Gericht weist Klage gegen Überlandleitung ab

Eon darf Überlandleitungen von Breklum nach Flensburg einrichten. Das entschied das Oberverwaltungsgericht. Landwirte hatten gegen die Leitungen geklagt.

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05. Juli 2011, 07:42 Uhr

Schleswig | Die umstrittene Überlandleitung von Breklum (Kreis Nordfriesland) nach Flensburg kann errichtet werden. Das schleswig-holsteinische Oberverwaltungsgericht (OVG) wies am Montag eine Klage sieben betroffener Landwirte ab. Sie hatten gegen den Planfeststellungsbeschluss der zuständigen Behörde geklagt, dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Kiel. Die Landwirte fürchten Elektrosmog, Beeinträchtigungen bei der landwirtschaftlichen Arbeit und Gefahren für Zugvögel. Sie wollen ein Erdkabel als Alternative. Die Eon Netz GmbH hatte zuvor bereits mit der Errichtung von Strommasten begonnen. Die Begründung für das Urteil liege noch nicht vor, sagte ein OVG-Sprecher.
Den Bedarf für die Überlandleitung hatte Eon mit der gestiegenen Windkraftleistung und gleichzeitig geringem Verbrauch in der Region begründet. Der Strom müsse in die Gegenden transportiert werden, wo der Verbrauch höher sei. Die vorhandenen Leitungen reichten aber dafür nicht aus. Zudem müsse laut Gesetz die Netzinfrastruktur möglichst günstig sein. So koste die Freileitung von Breklum nach Flensburg 15 Millionen Euro, ein Erd kabel aber 35 Millionen.
Die Landwirte fürchten, mit ihren hohen Arbeitsgeräten nicht unter den Leitungen arbeiten zu können. Auch die Sicherheit von Nutztieren sei gefährdet. Zudem könnten Zugvögel auf ihren Flugrouten gestört werden.
(dpa, shz)

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