Europäisches "Kernnetz" : Geld aus Brüssel für A7, Fehmarnbelt und Nord-Ostsee-Kanal?

Mit dem Ausbau eines neu festgelegten "Kernnetzes" will die EU-Kommission die Verkehrsverbindungen in Europa verbessern - und dabei auch Strecken in Schleswig-Holstein berücksichtigen.

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20. Oktober 2011, 10:22 Uhr

KIEL/BERLIN | Das geht aus den gestern präsentierten Plänen für das neue "Transeuropäische Verkehrsnetz" hervor, für das die EU von 2014 bis 2020 fast 32 Milliarden Euro ausgeben will. In der laufenden Sieben-Jahres-Periode sind es dagegen nur 8 Milliarden Euro - von denen kein einziger Cent nach Schleswig-Holstein geflossen ist.
Künftig könnten nun aber Millionenbeträge für wichtige Vorhaben im Land winken. Da die EU nicht nur Neubauten, sondern auch Ausbauten unterstützen will, käme etwa eine Förderung der sechsspurigen Erweiterung der A 7 von Hamburg bis Bordesholm in Frage, die komplett zum Kernnetz gehört. Ebenso ist die A 1 von Hamburg bis Puttgarden in den EU-Plänen enthalten - nicht allerdings die A 20.
Auch die Schienenstrecken Hamburg-Puttgarden und Hamburg-Flensburg zählen zum neuen Kernnetz. Für die Gleisanbindung des geplanten Fehmarnbelttunnels könnte es sogar besonders viel Geld aus Brüssel geben, da grenzüberschreitende Projekte mit bis zu 40 statt den sonst nur möglichen 20 Prozent gefördert werden können. Und bei den Wasserstraßen winkt nicht nur Geld für Elbvertiefung und Nord-Ostsee-Kanal-Ausbau, sondern pikanterweise auch für den Elbe-Lübeck-Kanal, den die EU ebenfalls zum Kernnetz zählt - den Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) aber nicht ausbauen will.
Doch auch von Ramsauer gab es gestern gute Nachrichten: Sein Kieler Amtskollege Jost de Jager (CDU) zeigte sich nach einem Treffen mit ihm zuversichtlich, dass der zuletzt immer wieder verschobene Bau einer fünften Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel nun "im nächsten Jahr in Angriff genommen werden kann".

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