zur Navigation springen

B404 beim Autobahnkreuz Bargteheide : Geisterfahrer gestoppt: Stop Stick erstmals im Einsatz

vom
Aus der Onlineredaktion

Vor zwei Jahren wurde das Polizei-Werkzeug eingeführt, am Freitag wurde er erstmals in der Praxis erfolgreich benutzt.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2015 | 17:57 Uhr

Bargteheide | Premiere für die Polizei Schleswig-Holstein: Auf der Bundesstraße 404 stoppte die Polizei am Freitag gegen 1 Uhr einen Falschfahrer. Das Besondere: Der so genannte Stop Stick kam zum ersten Mal zum Einsatz.

Ein 33-Jähriger aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde war mit seinem BMW mit hoher Geschwindigkeit auf der A21 von Bad Segeberg kommend unterwegs - allerdings in die falsche Richtung. Im Bereich des Autobahnkreuzes Bargteheide bauten Einsatzkräfte laut Polizeiangaben eine Vollsperrung aus mehreren Streifenwagen auf. Noch während zwei 33 und 35-jährige Beamte des Autobahnreviers mit ihren Streifenwagen auf der rechten Fahrbahn mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn die Richtungsfahrbahn Wankendorf ab dem Übergang zur B 404 absperrten, raste der BMW auf sie zu. Den Beamten gelang es gerade noch den Stop Stick auf die linke Fahrbahn zu werfen, bevor sie sich in Sicherheit bringen konnten. Ein Beamter rettet sich mit einem Sprung in den Graben und die Beamtin sprang über die Mittelschutzplanke.

Durch den Stop Stick wurden beide Reifen auf der linken Fahrzeugseite beschädigt. Der Druck aus den Reifen entwich, so dass das Auto nur mit geringer Geschwindigkeit weiterfahren konnte. Ein Verfolgerfahrzeug der Polizei brachte den Fahrer nach kurzer Zeit zum Anhalten. Bei der Kontrolle stellten die Polizeibeamten merklichen Alkoholgeruch fest; ein Test ergab eine Konzentration von 1,85 Promille Atemalkohol.

Der Stop Stick wurde dabei seit der Einführung vor zwei Jahren zum ersten Mal eingesetzt. Er ist eine Alternative zum Nagelgurt, der bisher in solchen Situationen genutzt wurde. „Im Vergleich zu den Nagelgurten entweicht die Luft beim Einsatz des neuen Hilfsmittels langsam aus den Reifen. Dadurch bleibt das Fahrzeug für den Fahrzeugführer kontrollierbar, zwingt ihn jedoch anzuhalten“, erklärt die Polizei.

Nagelgurte wurden praktisch nicht genutzt. Der komplizierte Aufbau und das Problem des unkontrollierten Luftentweichens nach dem Überfahren bargen ein zu großes Risiko. Alle Polizei-Bezirks-und -Autobahnreviere in Schleswig-Holstein sind mit dem Stop Stick ausgestattet. Das Innenministerium hat in diesem Jahr für eine verbesserte technische Ausstattung der Polizei zwei Millionen Euro bereitgestellt. Damit ist es unter anderem möglich, jeden Streifenwagen mit diesem wirkungsvollem Einsatzmittel auszustatten.

Der leitende Polizeidirektor Joachim Gutt sagte dazu: „Mit der Verbesserung der technischen Ausstattung machen wir, auch im Angesicht zunehmender Gewalt gegen Polizeibeamte, die Arbeit der Polizeibeamtinnen und -beamten vor Ort sicherer. Das bedeutet auch ein Mehr an Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen