Dahmeshöved : Gefahr am Deich gebannt

Sturmflut in Dameshöved: Das Land wurde unterspült, die Kante drohte wegzubrechen. Foto: rtn
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Sturmflut in Dameshöved: Das Land wurde unterspült, die Kante drohte wegzubrechen. Foto: rtn

Die Gefahr ist gebannt, der Deich hielt. Bei Dahmeshöved (Kreis Ostholstein) drohte er zu brechen. Den Helfern ging sogar das Material aus.

shz.de von
11. Januar 2010, 10:40 Uhr

Sonntagabend gabs Entwarnung: Die Deichbruchgefahr in Dahmeshöved ist gebannt. Durch den Einsatz zahlreicher Helfer habe der Deich so weit gesichert werden können, dass keine akute Gefahr mehr bestehe, teilte das Lagezentrum der Polizei am Sonntagabend in Kiel mit. Auch an der Südküste der Ostseeinsel Fehmarn konnte ein bedrohter Deich bis zum Abend gehalten werden. Insgesamt habe sich die Lage in den vom Sturmtief "Daisy" betroffenen Teilen Schleswig-Holsteins leicht entspannt, sagte ein Polizeisprecher. Der Wind lassen nach, die Pegelstände sinken.
Das Bild seit Samstagabend: Der scharfe Wind pfeift. Die hohen Wellen der Ostsee peitschen mit Wucht gegen das Ufer, immer und immer wieder. Bei Dahmeshöved (Kreis Ostholstein) haben sie nach und nach Höhlen in den Deich gefressen. Am Sonntagnachmittag bricht er an einer Stelle bereits ein. Doch Sturm und Schnee machen es den Helfern schwer: In Schleswig-Holstein sind Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten und Straßen unpassierbar. Auch die Lastwagen, die Steine nach Dahmeshöved bringen sollten, stecken zunächst im Schnee fest.
Löcher mit Geröll gestopft
Am späten Samstagabend wurden sie entdeckt: angefressene Stellen in dem zwei Kilometer langen Deichstück, das Dahme und Kellenhusen verbindet und die Niederungen sowie einen großen Bauernhof mit mehr als 300 Rindern vor dem Wasser schützt. Erst sichern Helfer mit Felssteinen, die vorsichtshalber hinterm Deich gelagert worden waren. Als das Material ausgeht, stopfen sie die Löcher mit Geröll von der Wasserseite her. Dann, am Sonntag, beginnt die Warterei auf den Nachschub.
"Wir warten händeringend auf Steine, aber es ist kein Durchkommen", sagt Michael Krebs. Seinem Vater gehört der Bauernhof, etwa 700 Meter hinter dem Deich. Er hat die Nacht durchgemacht. Im schlimmsten Fall, sagt Krebs, muss der Hof evakuiert werden. Und wenn das Wasser dann über den kleinen Landesschutzdeich beim Hof treten würde, könnte es Dahme überfluten. "Es wird immer schlimmer, der Wind hat gedreht", sagt sein Vater Hans-Peter. Inzwischen bedroht das Wasser auch einige Häuser direkt am Deich. Auch Dieter Knoll, Vorstand des Wasser- und Bodenverbandes Oldenburg, ist besorgt. "Wir sind am kämpfen." Der Wind weht ihm um die Ohren. An einer etwa drei Meter breiten und fünf Meter tiefen Stelle ist der Deich am Sonntagnachmittag eingebrochen. "Ich hab bereits einen Notruf abgesetzt", sagt Knoll. Die Straßen nach Dahme müssten endlich freigemacht werden. "Ich hol mir jetzt Steine aus dem Wasser oder sonst woher."

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