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Loro Parque auf Teneriffa : Gefährdete Meeresakrobaten

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Die Eleganz der Delfine: Tierfilmer Holger Schulz dokumentiert Kraft und Dynamik der faszinierenden Meeresakrobaten Im Loro Parque auf Teneriffa.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2010 | 05:28 Uhr

Natürlich hatte auch ich als Zehnjähriger "Flipper" geschaut - und die Abenteuer des Fernsehdelfins begeistert verschlungen. Jetzt, 40 Jahre später, sitze ich in der Delfinshow des Loro Parque auf Teneriffa. Skeptisch zuerst, aber dann zunehmend fasziniert, beobachte ich die Kunststücke, die die Großen Tümmler im riesigen Becken vollführen: Synchrone Saltos, elegantes Tänzeln auf der Fluke und waghalsige Sprünge. Mit Handbewegungen, Pfiffen und kurzen Rufen animieren die Trainer ihre Tiere zu immer neuen Manövern.
Sind Delfinshows Tierquälerei oder Ausdruck der Harmonie zwischen Mensch und Tier? Eine artgerechte Haltung von Delfinen, darin sind sich alle Naturschützer einig, ist selbst im größten Becken nicht möglich. Manche Aktivisten fordern vehement ein Verbot jeglicher Zoohaltung von Waltieren. Allen voran Ric OBarry, der ehemalige Trainer des Fernsehstars "Flipper". Das grausame Abschlachten Tausender Delfine, vor allem in Japan, sei nicht zuletzt deshalb so lukrativ, weil zahlreiche Tiere dabei lebend gefangen und für horrende Preise an Delfinshows verkauft würden.
"Wenn schon Zoohaltung, dann bitte so"
"Alle unsere Delfine kamen in Zoos zur Welt", hält eine Sprecherin des Loro Parque entgegen. "Fünf unserer Tiere haben wir aus Sea World USA erhalten, vier sind eigene Nachzuchten". Petra Deimer von der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäuger e.V. (GSM) sieht Delfinshows und Waltiere in Zoos zwar grundsätzlich skeptisch. "Aber wenn schon Zoohaltung von Meeressäugern", stellt sie fest, "dann bitte so wie im Loro Parque". Das Becken dort sei eines der modernsten der Welt, und der Umgang der Delfintrainer mit ihren Tieren beispielhaft.
Im Loro Parque geht die Show inzwischen zu Ende. Ich empfinde wohl ähnlich wie viele Besucher: "Was kann man persönlich tun", geht es mir durch den Kopf, "um beim Schutz dieser fantastischen Tiere zu helfen?". Die Trainer haben ihrem Publikum von der Jagd auf Delfine erzählt, von in Fischernetzen erstickten Tieren und der Verschmutzung der Meere. "Delfine brauchen Schutz". Diese Botschaft, zusammen mit dem Anblick der eleganten Meeresakrobaten, bleibt in den Köpfen der Menschen haften. Auch beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) begrüßt man die Öffentlichkeitsarbeit im Loro Parque. "Unter den dortigen Bedingungen ist es legitim, die Tiere als Botschafter ihrer freilebenden Artgenossen einzusetzen", sagt Heike Finke vom NABU-Präsidium. "Die Delfine haben das bitter nötig."

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