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Blumen von Freunden : Gedenkstätte für toten Sylter Koch Nozawa

vom

Der Sylter Koch Miki Nozawa ist tot, die zwei Beschuldigten bleiben frei. Die Staatsanwaltschaft hat nicht genug Beweise gegen sie. Die Familie kann das nicht fassen.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2013 | 02:05 Uhr

Westerland | Der Tod des japanischen Kochs Miki Nozawa erschüttert die Insel: Der 57-Jährige war am Montagvormittag verstorben, nachdem er in der Nacht zu Sonntag in einer Westerländer Table-Dance-Bar in eine körperliche Auseinandersetzung mit zwei Männern geraten war. Nun haben Freunde des Toten ein Bild von ihm vor der Table-Dance-Bar aufgestellt - als Gedenken.
Die brutale Attacke gegen den Koch, der vor seiner Zeit auf Sylt unter anderem in Flavio Briatones Nobel-Restaurant Billionaire auf Sardinien gekocht hat, löste deutschlandweit Entsetzen aus. Auch japanische Medien haben den Fall nun aufgegriffen.

Keine Haftgründe


Die beiden Beschuldigten (36 und 50 Jahre alt) leben auf Sylt, bestätigte die Flensburger Staatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt, und sind weiterhin auf freiem Fuß: "Für einen Haftbefehl brauchen wir einen dringenden Tatverdacht und einen Haftgrund". Das sei nicht gegeben - denn bisher sei noch nicht klar, was sich vor der Bar genau abgespielt habe.
Sie bestätigte, dass es bei dem Konflikt nach derzeitigem Stand der Ermittlungen um das Essen des Kochs gegangen ist. Nach Informationen der Sylter Rundschau waren die beiden Männer mit dem Essen des Kochs unzufrieden gewesen, das sie am frühen Abend in seinem Imbiss an der Ständigen Vertretung beim Westerländer Bahnhof gegessen hatten. Später trafen sie Nozawa in der Table-Dance-Bar in der Westerländer Innenstadt wieder, wo daraufhin zunächst ein Streit im Innenraum entbrannte. Zum tödlichen Konflikt kam es dann draußen vor der Bar.

Familie hat kein Verständnis für Staatsanwaltschaft


Zur Frage, ob einer der Beschuldigten schon mehrfach angezeigt wurde und der Polizei als aggressiv bekannt ist, wollte sich Stahlmann-Liebelt nicht äußern.
Dabei gebe es im Vorraum der Bar sogar eine Kamera, die die körperliche Auseinandersetzung an die Türsteher im Inneren übertragen habe. Die Existenz einer Kamera bestätigt auch Stahlmann-Liebelt: "Soweit bekannt ist, gibt es aber keine Aufnahmen."
Angehörige des Verstorbenen können nicht fassen, dass die Beschuldigten immer noch auf der Insel herumlaufen dürfen: "Wir haben gehört, dass einer der beiden jeden Abend in Westerland in einer Kneipe sitzt. Es muss endlich Gerechtigkeit geben!", sagte die Schwägerin gegenüber unserer Zeitung. "Obwohl - von Gerechtigkeit kann man da gar nicht mehr sprechen.

Noch kein Obduktionsergebnis


Die Familie habe nun einen Anwalt eingeschaltet, um Akteneinsicht zu erlangen. Zur Todesursache konnte die Staatsanwaltschaft in Flensburg am Mittwoch keine Angaben machen, da die Ergebnisse der Obduktion noch nicht vorlagen. Berichte, wonach der Kopf des Kochs nach den Attacken der beiden Beschuldigten "bis hinunter zur Schulter ein einziges lilafarbenes Hämatom" gewesen sei, bestätigten die Ermittler nicht.
Laut Staatsanwältin machen die beiden Beschuldigten bei den polizeilichen Vernehmungen bisher keine Angaben zum Sachverhalt. Gegen die beiden Beschuldigten wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.
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