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Düppeler Schanzen : Gedenkfeier: Feinde, Nachbarn, Freunde

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Dänen und Deutsche erinnern an die entscheidende Schlacht des Deutsch-Dänischen Krieges an den Düppeler Schanzen am 18. April 1864. Margrethe II. kommt mit Prinz Henrik und Prinz Joachim zum früheren Kriegsschauplatz. Auch Ministerpräsident Albig gehört zu den Gästen.

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erstellt am 18.Apr.2014 | 12:21 Uhr

Dybbøl | Mit Dankbarkeit für die heutige Freundschaft nach jahrzehntelanger Rivalität haben Dänen und Deutsche den 150. Jahrestag der Schlacht an den Düppeler Schanzen begangen. Dänemarks Königin Margrethe II. sagte am Freitag auf dem einstigen Schlachtfeld in Düppel in Süddänemark, die Versöhnung sei keine Selbstverständlichkeit gewesen. „Ob dänisch oder deutsch, für alle war der Verlust gleichermaßen schmerzlich. Denn der Schmerz kennt keine nationale Zugehörigkeit.“

Die Veranstaltungen rund um die Düppeler Schanzen, etwa die Darstellung historischer Szenen mit Schauspielern in Kostümen, wurde von Tausenden Menschen besucht. Der 18. April 1864 sei nie in Vergessenheit geraten, betonte Königin Margrethe. „Am Anfang war er eine offene Wunde, später eine Narbe, die zuweilen spürbar war und zwickte. Doch im Laufe der Zeit ist er zu einem Gedenktag geworden, den wir würdigen und in Ehren halten.“ Die Königin legte gemeinsam mit ihrem Mann Prinz Henrik einen Kranz an den deutsch-dänischen Gemeinschaftsgräbern nieder. Dänische und deutsche Soldaten begleiteten die Zeremonie, an der zahlreiche Vertreter aus Politik und Militär beider Länder teilnahmen.

Am 18. April 1864 hatten preußische Truppen die Schanzen erstürmt. Es war der Wendepunkt im Deutsch-Dänischen Krieg. Dänemark verlor Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich.

Rascher preußischer Sieg in der Schlacht bei Düppel. Knapp 40.000 preußische Soldaten standen rund 23.000 dänische Soldaten gegenüber.
Rascher preußischer Sieg in der Schlacht bei Düppel. Knapp 40.000 preußische Soldaten standen rund 23.000 dänische Soldaten gegenüber. Foto: Sammlung Landesbibliothek
 

Zu Beginn der Feierlichkeiten hatten Dänemarks Verteidigungsminister Nicolai Wammen und der deutsche Botschafter in Kopenhagen, Michael Zenner, Reden gehalten. Zenner sagte: „Die Schlacht von Düppel hat das Verhältnis von Deutschland und Dänemark wie kein anderes Ereignis jahrzehntelang geprägt.“ Er zeigte sich dankbar, dass die beiden Länder gemeinsam gedenken. „Hier im Grenzland sehen wir jeden Tag gelebtes Europa.“ 

Schleswig-Holsteins Regierungschef Torsten Albig (SPD), der in Teilen auf Dänisch sprach, freute sich ebenfalls über die Entwicklung, die das deutsch-dänische Verhältnis in der jüngeren Vergangenheit genommen hat: „Vom Freund-Feind über das Entweder-Oder sind wir zur deutsch-dänischen Gemeinschaft gekommen.“ Heute könne man von „einem gemeinsamen nordischen Lebensgefühl“ sprechen.

Torsten Albig sprach in seiner Rede teilweise auf Dänisch. Foto: Staudt
Torsten Albig sprach in seiner Rede teilweise auf Dänisch. Foto: Staudt
 

Dänemarks sozialdemokratische Premierministerin Helle Thorning-Schmidt sprach von der Schlacht als „Niederlage, die Dänemark als Nation verändern sollte“. Das Königreich verlor damals ein Drittel seiner Fläche. Allerdings sei daraus das moderne Dänemark erwachsen. Zudem würdigte sie das heutige Verhältnis von Dänen und Deutschen: „Aus Feindschaft wurde Nachbarschaft, aus Nachbarschaft wurde Freundschaft.“ 

Im Anschluss wollten die Bischöfin von Hadersleben, Marianne Christiansen, und der designierte Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothart Magaard, einen deutsch-dänischen Gottesdienst in der Marienkirche von Sonderburg feiern.

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