Passagierschiff vor Sylt auf Grund : Gäste mussten auf "Adler IV" im Watt übernachten

Ein Boot der DGzRS nähert sich der festgefahrenen 'Adler IV', von Föhr aus fotografiert. Foto: Thomas Heyse
Ein Boot der DGzRS nähert sich der festgefahrenen "Adler IV", von Föhr aus fotografiert. Foto: Thomas Heyse

Unfreiwillig mussten 89 Passagiere auf der "Adler IV" vor Sylt übernachten. Das Schiff war auf Grund gelaufen und konnte erst mit der Flut am Morgen weiterfahren.

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06. September 2011, 08:30 Uhr

Auf der Fahrt der MS "Adler IV" von Amrum nach Sylt wurde das ablaufende Wasser und der damit verbundene Gezeitenstrom dem Ausflugsschiff zum Verhängnis. Im Bereich der Amrumer Nordspitze hatte der Kapitän am Freitagabend den Wasserstand falsch eingeschätzt - das Schiff lief auf Grund. Reeder Sven Paulsen erklärte, dass das Schiff durch den bereits eingesetzten Ebbstrom auf die östliche Fahrwasserbegrenzung gedrückt wurde und sich nicht mehr selbst befreien konnte.
Eine Zwangspause der rund 140 Passagiere an Bord des 32 Meter langen Passagierschiffs stand fest. Erst am nächsten Morgen würde das Hochwasser wieder seinen höchsten Wtand erreichen. Für die Mannschaft und die herbeigeeilten Rettungskräfte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) begann ein Wettlauf mit der Zeit. Im Bereich der Amrumer Nordspitze fallen die Sandbänke größtenteils zum Niedrigwasser trocken und lassen dann auch keinen Schiffsverkehr mit flach laufenden Booten mehr zu.
Aktion musste um 22 Uhr abgebrochen werden
Ein Teil der Fahrgäste, insgesamt 51 Personen, wurden mit dem Tochterboot "Japsand" des Seenotrettungskreuzers "Vormann Leis" und dem Rettungsboot "Horst Heiner Knepen" aus Hörnum auf die "Adler VI" aus Hörnum gebracht. Das Kontrollboot des Wasserschutzpolizeischiffs "Sylt", das aus dem Wyker Hafen ebenfalls zur Einsatzstelle fuhr, lief selbst mit dem geringen Tiefgang auf Grund, so dass die Aktion gegen 22 Uhr abgebrochen werden musste. Das bedeutete für die restlichen Fahrgäste eine Zwangsübernachtung an Bord der "Adler IV".
Während der nächtlichen unfreiwilligen Wartezeit wurden die Gäste von der fünfköpfigen Crew mit Speisen und warmen Getränken sowie Decken versorgt.
"Am Sonnabend um 5.30 Uhr hatte die Flut den höchsten Wasserstand erreicht. Das Ausflugsschiff konnte mithilfe des Tochterboots Japsand wieder flott gemacht werden. Um 6 Uhr erreichte die Adler IV den Hafen von Hörnum", berichtete Reeder Sven Paulsen. Die 89 Passagiere seien sichtlich übermüdet gewesen, da an Bord kaum Platz zum Schlafen gewesen sei.
Am Schiff wurden zwar keine sichtbaren Schäden festgestellt, doch bereits am Sonnabendvormittag wurde es von der Klassifikationsgesellschaft Germanischer Lloyd in Hörnum untersucht und abgenommen. Dementsprechend fielen am Sonnabend die Fahrten mit der "Adler IV" von Sylt nach Amrum und Föhr aus. Am Sonntag konnte das Schiff den Fahrplan wieder aufnehmen.

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