Fuchsbandwurm breitet sich nach Norden aus

shz.de von
23. Juli 2015, 07:26 Uhr

Ein gefährlicher Parasit breitet sich aus: In Hamburg ist jetzt bei Untersuchungen von Füchsen in Harburg und Bergedorf in zwei Fällen eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm festgestellt worden. Es bestehe Ansteckungsgefahr, warnte die Hamburger Umweltbehörde gestern.

Auch in Schleswig-Holstein gibt es immer wieder Nachweise des Kleinen Fuchsbandwurms. So gab es im vergangenen Jahr eine groß angelegte Studie des Veterinäramtes im Kreis Steinburg. Ergebnis: Jeder zehnte Fuchs trug den Parasiten in sich. Das Landeslabor untersucht stichprobenartig Füchse. 2014 waren von 44 untersuchten Tieren neun befallen. In diesem Jahr wurde erst ein Fuchs untersucht. Auch er trug den Parasiten in sich. Im Südwesten Dänemarks, an der Grenze zu Nordfriesland, gab es 2013 befallene Füchse. Jagdverbands-Sprecher Marcus Börner weiß zudem von Nachweisen auf der Halbinsel Eiderstedt.

Der neuste Nachweis in Hamburg bestätigt laut Umweltbehörde die Beobachtung, dass sich der Fuchsbandwurm mittlerweile von Süden nach Norden ausgebreitet hat. Dabei handelt es sich um einen etwa vier Millimeter langen Dünndarmparasit, der vorwiegend bei Füchsen, aber auch bei anderen Wildtieren sowie bei Hunden und Katzen vorkommt. Zwar kommt es selten vor, dass Menschen sich infizieren. Pro Jahr gibt es laut dem Robert-Koch-Institut bundesweit etwa 40 Fälle bei Menschen, der größte Teil davon in Süddeutschland. Wegen der schwerwiegenden gesundheitlichen Schäden und weil diese schwer behandelbar sind, empfiehlt das Gesundheitsministerium in Kiel, Waldfrüchte wie Beeren und Pilze sowie alle anderen bodennah wachsenden Früchte gründlich zu waschen und am besten zu kochen. Dadurch würden die Bandwurm-Eier abgetötet. Einfrieren bei minus 20 Grad Celsius töte den Erreger hingegen nicht ab. Die Hygiene im Umgang mit Haustieren sollte besonders beachtet werden. Dazu gehöre gründliches Händewaschen. Hundebesitzer sollten darauf achten, dass ihre Tiere möglichst keinen Kontakt zu Mäusen oder Ratten haben, die als Zwischenwirte in Frage kommen, und Hunde und Katzen regelmäßig entwurmt werden.  

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