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Herbststurm im Anmarsch : Frühes Herbstwetter: Sturm „Sebastian“ fegt am Mittwoch über SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der erste Herbststurm kommt mit Macht: Experten warnen von Orkanböen mit 120 Stundenkilometern an der Nordseeküste.

von
erstellt am 11.Sep.2017 | 20:26 Uhr

Kiel | Wer seine Gartenmöbel noch auf der Terrasse stehen hat, sollte sie schleunigst wegräumen: Am Mittwochnachmittag erwarten Meteorologen mit dem Tiefdruckgebiet „Sebastian“ den ersten Herbststurm dieses Jahres. Und der kann es in sich haben: An der Nordseeküste müsse man mit Orkanböen um 120 km/h rechnen, im Binnenland mit Böen zwischen 85 und 110 km/h, sagt Meteorologe Lars Rohwer von Wetterwarnungen Norddeutschland.

Windstärken also, die gerade an der Westküste niemanden ernstlich in Unruhe versetzen. Doch der Sturm könnte auch deutlich stärker werden, sagt Rohwer: Aufgrund der speziellen Wetterlage könne es passieren, dass sich deutlich heftigere Böen aus höheren Lagen in den Sturm mischen. Sollte es so kommen, müsste Norddeutschland sich auf ähnliche Wetterbedingungen wie bei Orkantief „Christian“ einstellen, der 2013 für schwere Schäden gesorgt hatte. Der Unterschied: „Christian“ fegte damals Ende Oktober übers Land – das Tief „Sebastian“ dagegen kommt sehr früh im Jahr. Und das könnte ihn noch fataler machen: „Die Böden sind derzeit sehr nass, die Bäume noch voll belaubt – das kann für die Wälder nicht so schön ausgehen“, befürchtet Rohwer. Dass ein derartiger Sturm Schleswig-Holstein so früh im Jahr trifft, ist nach seinen Aufzeichnungen innerhalb der letzten 65 Jahre nur zweimal geschehen.

Entstanden ist das Tiefdruckgebiet „Sebastian“ am Montag östlich vor Kanada, es zieht Richtung Osten. Am Dienstagmittag soll es Irland erreicht haben, Mittwochnachmittag dann über Dänemark an Schleswig-Holstein vorbeiziehen. „Da die stärksten Winde immer südlich eines Tiefdruckgebiets gemessen werden, ist das für unsere Region kein optimaler Verlauf“, so Rohwer. Während Mittwochmorgen wahrscheinlich noch alles recht ruhig und sehr regnerisch sein wird, legt der Wind am Nachmittag zu. Mit den stärksten Böen ist in Schleswig-Holstein nachmittags und am frühen Abend zu rechnen. Nach den Vorhersagen wird der Sturm vor allem die Westküste treffen, aber auch im Binnenland und an der Ostsee müsse man mit heftigen Böen rechnen, so Rohwer.

Eine gute Nachricht hat der Meteorologe dann doch noch: Da der Wind zunächst aus Süd, dann aus Süd-West weht, ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht mit schweren Sturmfluten zu rechnen.
 

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