Weltpostvertrag : Freude im Netz: Vier-Cent-Briefe kommen an

Obwohl dieser Brief nur mit einer Vier-Cent-Briefmarke frankiert wurde, kam er beim Empfänger an.
Obwohl dieser Brief nur mit einer Vier-Cent-Briefmarke frankiert wurde, kam er beim Empfänger an.

Im Internet kursiert ein Trick: Briefe mit 20 Gramm können für vier Cent verschickt werden - laut des Weltpostvertrags von 1891. Funktioniert das wirklich ohne Konsequenzen?

shz.de von
07. Juli 2014, 17:26 Uhr

Flensburg | Einen Brief mit 20 Gramm für vier Cent verschicken – das hört sich im ersten Moment unglaubwürdig an. Schließlich hat die Deutsche Post zum 1. Januar 2014 die Portopreise für Standardbriefe von 58 auf 60 Cent erhöht. Genau das soll aber funktionieren - berichten verschiedene Postkunden im Internet: Sie berufen sich auf den Weltpostvertrag aus dem Jahr 1891, der es angeblich gestattet, Briefe zu diesem Preis zu versenden. Dafür müsse man lediglich folgende Punkte beachten: Die Postleitzahl in eckige Klammern setzen und unter der Briefmarke mit Datum unterschreiben. Einige setzen sogar noch die Vermerke „Kriegsgefangenenpost“ und „non domestic F.R.G.“ (nicht innerstaatlich BRD) auf den Umschlag, bevor sie ihn auf den Weg schicken.

Dass die Briefe ankommen, bestätigen Facebook-Nutzer. Dort berichten sie, dass sie mehrere mit vier Cent frankierte Briefe in den Kasten geworfen haben und diese nach einem Tag beim Empfänger, zum Teil sogar bei Behörden, ankamen.

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Auch die Redaktion von shz.de hat den Test gemacht – mit Erfolg. Nach einem Tag lag der Brief im Briefkasten. Nachzahlen musste die Redakteurin nicht. Es scheint also zu funktionieren. 56 Cent gespart.

Obwohl dieser Brief nur mit einer Vier-Cent-Briefmarke frankiert wurde, kam er beim Empfänger an.
Obwohl dieser Brief nur mit einer Vier-Cent-Briefmarke frankiert wurde, kam er beim Empfänger an.

Genau deshalb werden die „Portosparer“ von vielen belächelt. Die Aktion sei einfach „Unsinn“. Auch die Post rät, sich nicht darauf zu verlassen, dass ein Brief ohne Folgen zum Empfänger kommt. „Die Mitarbeiter achten darauf, dass jede Sendung ausreichend frankiert ist“, sagt Pressesprecher Martin Grundler. Ist dies nicht der Fall, müsse der Empfänger für die Nachzahlung von 56 Cent aufkommen. Verweigert dieser die Annahme, geht der Brief an den Sender zurück.

So weit die Theorie - trotzdem kam unser Vier-Cent-Brief an. Dass bei 64 Millionen Briefen, die täglich deutschlandweit zugestellt werden, auch mal ein paar schwarze Schafe dabei sind, bei denen das Porto nicht kontrolliert wurde, schließt Post-Pressesprecher Grundler nicht aus. Das sei jedoch nicht die Regel, weshalb die Menschen davon Abstand nehmen sollen. Auf den Weltpostvertrag von 1891 kann man sich übrigens ohnehin nicht berufen, denn das ist laut Grundler eine Vereinbarung zwischen weltweiten Postgesellschaften, deren unterschiedliche Leistungen in einem System entgeltlich ausgeglichen werden. Zudem ist die Version von 1891 nicht mehr aktuell, denn sie wurde mehrmals angepasst.

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