Beziehungsdrama in Bredstedt : Frau erwürgt - Mann in Untersuchungshaft

Bei einem Streit in der Nacht zu Ostersonntag wurde eine 27-jährige Mutter so stark gewürgt, dass sie einen Tag später starb. Foto: Traunstein
Bei einem Streit in der Nacht zu Ostersonntag wurde eine 27-jährige Mutter so stark gewürgt, dass sie einen Tag später starb. Foto: Traunstein

Es kam zum Streit - da würgte ein 42-jähriger Mann seine 27-jährige Lebensgefährtin in der Nacht zu Sonntag - am Montag starb sie. Jetzt sitzt der Mann in U-Haft.

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28. April 2011, 08:49 Uhr

Ein Notarzt hatte sie zunächst noch reanimieren können - doch letzten Endes gab es keine Überlebenschance: Eine 27-jährige Bredstedterin ist in der Nacht zu Dienstag im Husumer Krankenhaus an den Verletzungen gestorben, die sie bei einem Würge-Angriff durch ihren 42-jährigen Partner am Wochenende davongetragen hat. Drei kleine Kinder - eines davon nach Auskunft der Staatsanwaltschaft zehn Jahre alt, die beiden anderen noch jünger, haben damit ihre Mutter verloren. Der Mann sitzt seit Mittwoch in Untersuchungshaft.
Was konkret am Sonnabendabend der Auslöser für das Drama in dem ruhigen Neubau-Gebiet war, konnten die Ermittler am Dienstag noch nicht sagen. Sicher war für die Flensburger Staatsanwaltschaft lediglich: "Zwischen der 27-Jährigen und ihrem Lebensgefährten ist es zu einer Auseinandersetzung gekommen", so Sprecherin Ulrike Stahlmann-Liebelt. "Er hat sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt." Als dem Tatverdächtigen klar war, was er angerichtet hatte, holte er seinen in einer anderen Einheit desselben Hauses lebenden Bruder in die von Kampfhandlungen verwüstete Wohnung. Dieser alarmierte dann den Notarzt. Auch die Mutter des Opfers, wohnhaft in der selben Straße, wurde an den Tatort gerufen, wo sie schließlich ein Notfallseelsorger betreute.
Zunächst sahen Richter keine Haftgründe
Gegen den 42-Jährigen wird wegen Totschlags ermittelt. Damit droht ihm eine Freiheitsstrafe nicht unter fünf Jahren. Fest steht, dass Alkohol im Spiel war. Wie viel Promille der Verdächtige zur Tatzeit hatte, wird noch untersucht. Der Mann befand sich bis Mittwoch auf freiem Fuß, da die Justiz einstweilen keine Haftgründe - wie etwa Fluchtgefahr - sah. Ein Haftrichter hat am Mittwoch dann aber Haftbefehl gegen den tatverdächtigen Lebensgefährten erlassen. Der 42-Jährige sitze bereits in Untersuchungshaft, teilte die Flensburger Staatsanwaltschaft mit. Sie gehe aufgrund der vorläufigen Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung von einer Tötungsabsicht aus.
Der Tod des Opfers war das tragische Ende einer Frau, die es in einem anderen Überlebenskampf zur Meisterschaft gebracht hatte und dafür von ihrem Umfeld sehr bewundert wurde: Ihre Tochter, die sie im Alter von 17 Jahren bekam, musste sich noch vor dem zweiten Geburtstag einer Herztransplantation unterziehen. Das bedeutete Monate lange Klinikaufenthalte und ein ebenso langes Ringen mit Leben und Tod. Dann der nächste Schock: Mehrere Chemo-Therapien waren nötig, nachdem bei der Tochter Darm-Krebs diagnostiziert worden war.
Was passiert jetzt mit den Kindern? Inwieweit stehen die Väter zur Verfügung? Stahlmann-Liebelt: "Das steht nicht so sehr im Vordergrund der Aufgaben von Polizei und Justiz - gegebenenfalls wird das Jugendamt eingebunden und geprüft, welche Entscheidung für das Kindeswohl am besten ist."
(fju, shz)

Haftgründe
Die Strafprozessordnung sieht in §112 als Haftgründe eine Flucht oder Fluchtgefahr, Verdunklungsgefahr oder Wiederholungsgefahr. Wenn sie gegeben sind, kann ein Richter den Haftbefehl erlassen, wodurch der Tatverdächtige in Untersuchungshaft genommen wird. Bei Schwerkriminalität darf ein Haftbefehl nur ergehen, wenn Umstände vorliegen, die begründen, dass ohne eine Festnahme des Beschuldigten die Tat nicht oder nicht alsbald aufgeklärt werden kann.

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