Wissenschaft : Forscher suchen nach Süßwasser in der Nordsee

Auf der Suche nach Süßwasser-Ressourcen wollen Forscher in den kommenden Wochen mit einem Spezialgerät an Bord eines Helikopters Teile der Nordseeküste "durchleuchten".

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18. Februar 2008, 06:31 Uhr

Er rechne mit Daten aus bis zu 100 Metern Tiefe, erklärt der Geophysiker Uwe Meyer von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover. So sollten Erkenntnisse über die Versorgung mit Süßwasser, aber auch über den Deichschutz gewonnen werden. Wegen schlechten Wetters musste der für heute geplante erste Start auf morgen verschoben werden.
In den nächsten vier Wochen wird der Hubschrauber von Wilhelmshaven und Emden starten. Dabei schleppt er eine rund zehn Meter lange torpedoförmige Sonde mit, in der Radiosender und -empfänger, ein Magnetometer sowie ein Laser-Höhenmesser untergebracht sind.
Radiowellen geben nach Angaben von Meyer Aufschluss über die Leitfähigkeit bestimmter Schichten. "Da Süß- und Salzwasser verschiedene Leitfähigkeiten besitzen, lassen sich Trink-, Brack- und Salzwasser gut unterscheiden." So könnten die Wissenschaftler etwa bestimmen, wie sich Süßwasserressourcen unter den Inseln verteilten. Der Salzgehalt im Wattenmeer werde so festgestellt. Auch wie stark der Grund unter den Deichen durchtränkt ist, untersuchen die Forscher.
Auch die Küste Schleswig-Holsteins soll untersucht werden
Mit dem Magnetometer werde die geologische Struktur des Geländes bestimmt, während sich mit Hilfe des Lasers ein dreidimensionales Modell der Gebiete erstellen lasse, berichtete Meyer. Die BGR und ihr Partner - das Institut für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben (Hannover) - werten die Daten aus.
Unter die Lupe genommen werden zunächst mehrere ostfriesische Inseln sowie die Küste zwischen Emden und Wilhelmshaven. In den kommenden zwei Jahren soll das Projekt auf weitere Areale Niedersachsens und Schleswig-Holsteins an der Nordsee ausgedehnt werden.

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