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Folk-Festival : folkBALTICA 2015: Singende Friesen, fidelnde Schotten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am 6. Mai beginnt die inzwischen elfte Ausgabe des grenzübergreifenden Musikfestials folkBALTICA. Diesjähriges Thema: „Nordsee/Ostsee”. Für die 30 Veranstaltungen an 27 verschiedenen Orten gibt es noch Karten.

shz.de von
erstellt am 29.Apr.2015 | 10:43 Uhr

Flensburg | Juliana Thun denkt kurz nach: „27 Tage? Fühlen sich an wie drei Monate.“ Am 1. April hat die 27-Jährige die Geschäftsführung von Folk-Baltica übernommen. Damit ist die gebürtige Flensburgerin in den Endspurt der Vorbereitungen des Festivals eingestiegen. Es beginnt mit dem Eröffnungskonzert am Mittwoch, 6. Mai, im Alsion in Sonderburg. Sie habe sich gut eingearbeitet, sagt Juliana Thun, sei sofort mit allem konfrontiert worden und stellt fest: „Alles läuft perfekt.“

Die Freude ist ganz seinerseits: „Wir sind glücklich, dass Juliana hier ist“, sagt Harald Haugaard, der künstlerische Leiter von Folk-Baltica. Es sei ein hektisches Jahr gewesen. „Alles war ja fast tot“, blickt Haugaard zurück. Dann kam die Umstrukturierung; seit November trägt Folk-Baltica das Kürzel e.V.. Der Rückhalt bei den Unterstützern sei enorm, beobachtet die neue Geschäftsführerin Thun und ist zuversichtlich für die nächsten 20 Jahre.

Harald Haugaard (r.) ist künstlerischer Leiter von Folk-Baltica.
Harald Haugaard (r.) ist künstlerischer Leiter von Folk-Baltica. Foto: sh:z

„Es geht in die richtige Richtung“, findet auch Harald Haugaard. „Wir reden schon über das nächste Jahr. Das Festival hat so ein riesengroßes Potenzial“, schwärmt der dänische Geiger, Komponist und Festivalleiter. Doch zunächst einmal steht die elfte Ausgabe von Folk-Baltica bevor – mit dem Fokus auf „Nordsee – Ostsee“ oder dänisch „Vesterhav – Østersø“. Manche Orte an der einen und der anderen Küste seien nur 50 Kilometer voneinander entfernt, doch die Musik klinge oft ganz anders. Diese Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten herauszufinden, das sei Ziel des Festivals vom 6. bis zum 10. Mai.

Haugaard wirft einen Blick auf die wichtigsten Konzerte in Flensburg. Das Hauptkonzert am Freitag, 8. Mai, trägt den Titel „Liederabend – Sangens aften“ und vereint eines der „vielen Talente in der deutschen Liedermacherszene“ mit einer „der besten schwedischen Stimmen“, sagt Haugaard. Was beide noch gemeinsam haben: Sie waren schon mal in Flensburg zu Gast. Umso mehr freut sich der künstlerische Leiter des Festivals über beider Wiederkehr: „Dota und die Stadtpiraten“, die auch als „Kleingeldprinzessin“ aus Berlin bekannt ist, hält der Däne für „richtig interessant“. Und Sofia Karlsson für einen „Riesenstar“. Schon am Vormittag kommen 1000 Kinder der ersten bis dritten Klassen im Deutschen Haus in den Genuss einer weiteren Neuerung des Festivals, die offenbar auf Interesse stößt: Um 9.15 Uhr geben die dänische Band Tumult und das Trio Kalüün von der Insel Föhr das erste Schulkonzert.

Ausgezeichnete Friesen „Kalüün“: Dennis Werner, Keike Faltings und Jan Faltings (v.l.) von der Insel Föhr sind in Flensburg beim Haupt- und Abschlusskonzert zu hören.
Ausgezeichnete Friesen „Kalüün“: Dennis Werner, Keike Faltings und Jan Faltings (v.l.) von der Insel Föhr sind in Flensburg beim Haupt- und Abschlusskonzert zu hören. Foto: sh:z

Harald Haugaard bezeichnet die ausgezeichneten Friesen als „lokale Newcomer“, die dafür stehen, das lokale, musikalische Erbe weiterzugeben. Das bleibt eine Intention des Festivals. Eine andere, so lässt sich zwischen den Zeilen lesen, ist die Jugendarbeit. „Man muss ja die Tradition weitergeben“, ermutigt Haugaard und wirbt dafür, den Nachwuchs frühzeitig mit der Musik bekannt zu machen, die es in der Region gibt. Musik beschreibt er als persönlichkeitsbildend, zumal über Grenzen hinweg – wie es im fast neuen, aber garantiert jungen Folk-Baltica-Ensemble der Fall ist. Das gibt es seit zwei Jahren, die Künstler von morgen sind zwischen 14 und 24 und treten beim Eröffnungskonzert im Alsion und beim Abschlusskonzert „Wehmut und Hoffnung – Vemod og Håb“ in St. Marien in Aktion.

Rune Tonsgaard Sørensen soll als erster Hauskünstler des Festivals „viel spielen“, wird das Folk-Baltica-Ensemble unterrichten und beim „Meet the artist“ am 10. Mai Fragen des Publikums beantworten.
Rune Tonsgaard Sørensen soll als erster Hauskünstler des Festivals „viel spielen“, wird das Folk-Baltica-Ensemble unterrichten und beim „Meet the artist“ am 10. Mai Fragen des Publikums beantworten. Foto: Foto: bittencourt

Für die Erwachsenenwelt in Flensburg sind die Friesen von Kalüün übrigens am Sonnabend, 9. Mai, beim Hauptkonzert „Ready for the storm“ zu erleben. Sie treffen auf den „legendären Dougie MacLean“ aus Schottland und die sieben Musiker von Fiddler’s Bid von den Shetlands, aus Irland und England. Beim Abschlusskonzert am Sonntag, 10. Mai, in St. Marien, werden die drei ergänzt um ByTikZyz aus Litauen, das trinationale Quintett Baltic Crossing und Buddy MacDonald. Der Liedermacher und Sänger aus dem kanadischen Nova Scotia wird den Festival-Club moderieren. Diese Art „Late Night Club“ hat beim zehnten Festival im Vorjahr Premiere gefeiert und mit der kuscheligen Imagine Bar im Deutschen Haus einen perfekten Ort gefunden. 27 Festivalorte zwischen Nordsee und Ostsee erleben Anfang Mai 30 Veranstaltungen des Festivals.

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