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Bus mit 85 Menschen : Flüchtlinge aus Syrien verlassen Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Bundespolizei stoppte am Wochenende einen Flüchtlingsbus - die Menschen aus Syrien sind schon wieder auf der Flucht. Nur drei Menschen aus dem Bus halten sich noch in Neumünster auf, sieben sind eine andere Einrichtung gebracht worden.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2013 | 00:31 Uhr

Die Bus-Flüchtlinge aus Syrien sind verschwunden: Am Wochenende hatte die Bundespolizei kurz vor der dänischen Grenze einen Doppeldeckerbus mit 85 Flüchtlingen aus dem Bürgerkriegsland entdeckt. Sie waren in die Erstaufnahmestelle in Neumünster gebracht worden. Von dort haben sich 75 von ihnen nach einem Bericht des NDR wieder aus dem Staub gemacht.

„Wir sind keine geschlossene Anstalt, die Bewohner können sich frei bewegen“, erklärte der Leiter der Zentralen Aufnahmestelle des Landes in Neumünster, Ulf Döhring. Er sei deshalb auch nicht verwundert über das Verschwinden der Flüchtlinge. Nur drei Personen aus dem Bus halten sich noch in Neumünster auf, sieben sind eine andere Einrichtung gebracht worden.

Die Flüchtlinge, darunter 30 Kinder, waren vermutlich auf dem Weg nach Schweden, das sich Anfang September zur Aufnahme aller Asylbewerber aus Syrien bereit erklärt hatte. Laut Bundespolizei kamen sie über Italien nach Deutschland, ihr nächstes Ziel wäre Kopenhagen gewesen. Dorthin haben sie ihren Weg wohl fortgesetzt – offenbar handelte es sich bei ihrer Reise um eine sogenannte Garantie-Schleusung. Dabei versprechen die Schleuser den Flüchtlingen, sie an ihr gewünschtes Ziel zu bringen. Wenn die Flüchtlinge während ihrer Reise aufgegriffen werden, greift die Garantie. Sie können eine Notfall-Telefonnummer wählen und bekommen dann gesagt, wo sie wieder eingesammelt werden. Flüchtlinge aus Syrien haben der Bundespolizei berichtet, dass sie bis zu 6500 Euro für solche Transporte zahlen. Im Bus stellten die Bundespolizisten rund 14.000 Euro sicher. Ob es Zahlungen für die Flucht sind, steht noch nicht fest.
 

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