Adria : Flensburger Fähre in Flammen

Drama im Mittelmeer: Ein Löschflugzeug über der brennenden 'UND Adriyatik'. Foto: dpa
Drama im Mittelmeer: Ein Löschflugzeug über der brennenden "UND Adriyatik". Foto: dpa

Eine Fähre war am Mittwochabend vor der kroatischen Adria-Küste in Brand geraten. Das Schiff der türkischen Reederei stammt aus Flensburg.

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08. Februar 2008, 10:11 Uhr

Es war die Baunummer 714 der Flensburger Schiffbau Gesellschaft (FSG). Am 21. September 2001 wurde die 193 Meter lange RoRo-Fähre "UND Adriyatik“ an die türkische Reederei UN ausgeliefert. Jetzt treibt das Schiff völlig ausgebrannt vor der kroatischen Adria Küste. Alle Besatzungsmitglieder und Passagiere sind rechtzeitig evakuiert worden und nicht zu Schaden gekommen. Am Donnerstag im Laufe des Tages war der Brand unter Kontrolle.
Uwe Otto, bei der FSG für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit zuständig, hatte am Donnerstag noch keine Erkenntnisse über die Ursache des verheerenden Feuers an Bord des in Flensburg gebauten Schiffes. Man stehe in Kontakt mit der Reederei, die seit Jahren zu den Stammkunden der FSG zählt. Allein zehn Fähren haben die Flensburger schon für die Türken gebaut, weitere vier stehen in den Auftragsbüchern. "Wir haben unsere Hilfe angeboten", sagte Otto, "etwa bei der Suche nach einem Hafen, in den man so ein ausgebranntes Schiff schleppen kann."
Nicht helfen kann die FSG mit einem ganz schnellen Ersatzschiff. "Der Markt ist leergefegt", weiß Otto, "es gibt keine frei Tonnage." Die Flensburger Werft ist auf Jahre hinaus ausgebucht. Allerdings sollen allein in diesem Jahr zwei der vier von UN bestellten Schiffe gebaut werden.
Die große Nachfrage nach Schiffen für die Adria-Route entstand im Laufe der 90er Jahre nach Beginn der Balkan-Krise. Die Landroute wurde vielen Speditionen zu gefährlich; viele türkische Speditionen taten sich zusammen und gründeten die Reederei UN, die seitdem ihre Lastwagen mit zehn Schiffen „made in Flensburg“ von Istanbul über die Adria nach Triest schippern.

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