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Wohnen mit Pferd : Flensburger entwirft Häuser mit integriertem Stall

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Mensch und Pferd unter einem Dach: Ein Unternehmer will mit seinem „Horsehouse“ eine ungewöhnliche Form der WG ermöglichen. Ohne Geruchsbelästigung.

Flensburg | Die Liebe zum Pferd kennt bekanntlich keine Grenzen. Das weiß auch Unternehmer Walter Kau. Der Flensburger ist mit seiner Firma „Skandwood“ bereits seit 14 Jahren international erfolgreich im Bau von Stallanlagen unterwegs. Doch mit seinem jüngst gegründeten Start-up „Horsehouse“ will Kau das Zusammenleben mit Pferden auf eine neue Stufe heben: Mensch und Pferd wohnen unter einem Dach.

„Damit sind wir deutschlandweit ganz neu am Markt“, sagt der 55-Jährige bei einem Ortstermin im blauen Musterhaus in Gunneby (Kreis Schleswig-Flensburg). Von außen sticht zunächst die blaue Farbe des Holzhauses in skandinavischem Stil ins Auge. Entworfen hat es Kau selbst. Schnell fällt der Blick dann auf den direkt angrenzenden Stall und die anschließende umzäunte Auslauffläche. Im rustikal eingerichteten Wohnzimmer öffnet der Unternehmer das Fenster neben dem Kamin. Innerhalb weniger Sekunden kommen die Köpfe seiner beiden Fell-Ponys Hedwig und Bella zum Vorschein.

„Früher war es üblich, die Stallungen mit den Wohnbereichen zu verbinden. Aber das hat man in den alten Bauernkaten auch gerochen“, erklärt der gelernte Schriftsetzer. Sein „Horsehouse“ sei deshalb auch keine neue Erfindung. Vielmehr würde er die alten Kleinstbauernhöfe wieder neu aufleben lassen und Komfort mit Tradition verbinden. Gerüche bleiben draußen, doch Stallungen sind direkt über den Hausflur erreichbar und prominent vor dem Wohnzimmerfenster platziert. „Menschen mögen es einfach, ihre Pferde in unmittelbarer Nähe zu haben“, so Kau. Die Größe von Stall und Auslauf ließe sich je nach Anzahl der Tiere individuell erweitern, erklärt er.

Aus ganz Deutschland kämen Interessenten seit der Fertigstellung des Musterhauses im vergangenen Jahr. Darunter waren nicht nur Pferdeliebhaber: Auch ein Schafhalter, eine Physiotherapeutin und die Betreiberin einer Hundeschule hätten sich informiert.

Beratung sei wichtig, da Baugenehmigungen für ein Pferdehaus nicht überall zu haben sind. Auch eine Weide und Auslaufmöglichkeiten für die Pferde hält der Unternehmer für unerlässlich: „Die besten Chancen haben Grundstücke in ländlichen Gegenden, in die Tierhaltung passt.“ Der Erfolg des Start-ups ist so gesehen auch abhängig von der Gunst einiger Gemeinden und Bauämter. Hier fordert Walter Kau Mut und verweist auf touristische und belebende Aspekte für die Dörfer. Seine Vision: Mehrere „Horsehouse“-Besitzer gründen eine Dorfgemeinschaft und teilen sich die Infrastruktur wie zum Beispiel eine gemeinsame Reithalle. „So etwas würde ich furchtbar gerne in Schleswig-Holstein entstehen lassen.“

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erstellt am 27.Apr.2015 | 16:49 Uhr

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