St. Peter-Ording : Flaschenpost-Schreiberin meldet sich aus England

Tracy Johnstone hat vor 30 Jahren eine Flaschenpost an der englischen Ostküste ins Wasser geworfen. Foto: shz
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Tracy Johnstone hat vor 30 Jahren eine Flaschenpost an der englischen Ostküste ins Wasser geworfen. Foto: shz

Die Engländerin, die vor 30 Jahren die in St. Peter-Ording gefundene Flaschenpost ins Wasser geworfen hatte, hat sich gemeldet.

shz.de von
07. August 2011, 03:10 Uhr

Eine Express-Sendung war sie nicht gerade: Die Flaschenpost von St. Peter-Ording hat 30 Jahre gebraucht, bis sie einen Empfänger erreichte. Thomas Fink fand die Flasche in diesem Sommer auf einer Sandbank vor St. Peter-Ording. Die Antwort darauf ging viel schneller: Die Schreiberin meldete sich aus England über Skype. Tracy Johnstone hatte die Flasche als Jugendliche an der englischen Ostküste ins Wasser geworfen - und glaubte schon gar nicht mehr daran, dass sie jemals gefunden wird.
Fink, der das seltene, gut erhaltene und mit Absender versehene Fundstück vor einigen Tagen am Strand von St. Peter-Ording entdeckt hatte, hat per Skype mit ihr gesprochen. "Ich bin überglücklich", sagte der 58-jährige Vermessungsingenieur aus Baden-Württemberg. Vor dem Gespräch sei er allerdings so aufgeregt gewesen, dass er die halbe Nacht nicht geschlafen habe. Ein Treffen ist bereits für den Herbst vereinbart worden.
Flaschenpost mit 15 aufgegeben
Ebenso überrascht und erfreut wie Thomas Fink über den Fund ist auch Tracy Johnstone. Sie war 15 Jahre alt, als sie die Flaschenpost in der Nähe der ostenglischen Hafenstadt Grimsby ins Meer warf. "Mein Vater hat mich ermutigt, sie den Wellen anzuvertrauen", erzählt sie - mit dem Wunsch, dass sie auf einer Schatzinsel gefunden wird.
"Mein Bruder und ich haben immer mal eine Flaschenpost losgeschickt, aber ich habe nicht erwartet, dass meine je gefunden wird." Eine von ihrem Bruder wurde einmal in Finnland entdeckt, erzählt sie weiter. "Da dachte ich, typisch älterer Bruder, und ich habe wieder kein Glück." Tracy Johnstone ist inzwischen verheiratet und von Grimsby weggezogen. Sie hat zwei Söhne.
Treffen über Skype
Thomas Fink freut sich schon sehr auf das Treffen mit ihr. "Ich habe sie sehr sympathisch gefunden. Allerdings war es schwierig für uns, uns zu unterhalten: Sie spricht kein Deutsch und ich kein Englisch. Aber netterweise hat ein Mitarbeiter der Tourismus-Zentrale übersetzt." Sie habe ihm erzählt, wie glücklich sie sei, dass ihr Vater noch erleben dürfe, dass die Flaschenpost wieder aufgetaucht ist. Ihre Mutter ist vor einigen Jahren gestorben.
Auch Werner Domann, Marketing- und Veranstaltungsleiter der Tourismus-Zentrale St. Peter-Ording, ist von diesem Happy-End berührt: "Es wird ja immer mal eine Flaschenpost am Strand gefunden. Aber dass man dann noch den Absender ausfindig machen und mit ihm sprechen kann, das ist wirklich eine tolle Geschichte." Die Tourismus-Zentrale will die beiden nun zu einem verlängerten Wochenende einladen. Und Thomas Fink, der seit Jahren regelmäßig in St. Peter-Ording Urlaub macht, wird auf seinen langen Strandspaziergängen weiterhin nach diesen speziellen Flaschen Ausschau halten.
(ieb, shz)

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