Damp : Fisch greift badende Urlauber an

'Piranha der Ostsee': ein Neunauge 'Lampetra fluviatilis'. Foto: M. Buschmann, Schutzstation Wattenmeer
"Piranha der Ostsee": ein Neunauge "Lampetra fluviatilis". Foto: M. Buschmann, Schutzstation Wattenmeer

Ungewöhnlicher Einsatz für den Rettungsdienst am Strand von Damp: Zwei Urlauber wurden am Donnerstag von einem Fisch gebissen und kamen verletzt ins Krankenhaus.

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23. August 2009, 04:19 Uhr

Am Donnerstag gegen 13 Uhr wurde über die Wachzentrale der DLRG in Damp-Strand ein Rettungswagen angefordert. Ein 52-jähriger Urlauber war nach einem vermeintlichen "Schlangenbiss" am Ostseestand verletzt worden und hatte einen Kreislaufzusammenbruch sowie eine allergische Reaktion erlitten. Wie DLRG-Wachleiter Wolfgang Wallmeier aus Damp berichtete, sagte der 52-jährige Mann, er sei von einem circa 80 bis 100 Zentimeter langen, schlangenähnlichen Tier im Wasser angegriffen und am Bein gebissen worden. Wallmeier: "Da wir als Ersthelfer nicht einschätzen konnten, ob der Biss giftig war und sich der Zustand des Urlaubers verschlechterte, wurde sofort ein Rettungswagen alarmiert, der den Mann in das Krankenhaus nach Eckernförde einlieferte."
Gegen kurz vor 14 Uhr ereignete sich ein zweiter Badeunfall in Damp. Ein 14-jähriger Jugendlicher kam ebenfalls verletzt aus dem Wasser. An seinem Bein hatte sich ein Fisch festgebissen, der von den Wachkräften vorsichtig abgenommen wurde. Der Junge hatte Blut verloren und wurde ebenfalls in einer Klinik in Damp behandelt. Der Fisch wurde von der DLRG aufgehoben, um die Art festzustellen.
Nach Aussagen des Wachleiters Wallmeier handelt es sich um einen vorwiegend in südlichen Ländern vorkommenden Fisch der Art Neunauge. "Der Fisch saugt sich an seinem Opfer fest und beißt Teile aus dem Angegriffenen heraus", so Wallmeier. Giftig ist der Fisch nicht, das wurde auch beiden Krankenhäusern auf Anfrage mitgeteilt. Die Verletzten hatten mehrere kleine Bisswunden und einen gehörigen Schrecken. Sie wurden wieder aus dem Krankenhaus entlassen.

Neunaugen (Lampetra fluviatilis) stehen unter Artenschutz und können bis zu 1,50 Meter lang werden. Der Fisch gilt in südlichen Ländern als Gourmetfisch, hier lebt er überwiegend in Küstengewässern.
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