Gelting : Feuerwehrauto geklaut: Tatverdächtiger gefasst

Der Schaden am einzigen Löschfahrzeug der Feuerwehr ist noch höher als bislang angenommen.
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Der Schaden am einzigen Löschfahrzeug der Feuerwehr ist noch höher als bislang angenommen.

Der Diebstahl des Geltinger Feuerwehrfahrzeuges ist aufgeklärt. Ein 19-Jähriger hat gestanden, das Auto unter Alkoholeinfluss geklaut und in den Graben gesetzt zu haben.

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30. Juli 2009, 10:24 Uhr

Der junge Mann aus dem Bezirk Gelting wurde am Dienstag auf Hinweis aus der Bevölkerung von der Polizei überprüft. Der 19-Jährige hatte in der Tatnacht die Veranstaltung "Brarup Markt" besucht und war stark alkoholisiert. Im Anschluss an die Veranstaltung wurde er bis Gelting in einem Wagen mitgenommen. Auf dem weiteren Heimweg passierte er zu Fuß das Feuerwehrgerätehaus. Er schlug die Scheibe ein, öffnete das Rolltor und lenkte den Feuerwehrwagen in Richtung B 199. Nach knapp einem Kilometer Fahrt kam er mit dem Fahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr von der Fahrbahn ab und rutschte in den Graben. Der 19-Jährige hatte Glück im Unglück und verletzte sich lediglich leicht. An dem Fahrzeug entstand jedoch erheblicher Sachschaden.
Der 19-Jährige zeigte sich laut Polizeiangaben bei der Vernehmung äußerst kooperativ und einsichtig und legte ein umfassendes Geständnis ab. Der junge Mann zeigte großes Verständnis für die Verärgerung in der Geltinger Bevölkerung, insbesondere im Kreise der Mitglieder der Feiwilligen Feuerwehr Gelting. Nach erkennungsdienstlicher Behandlung und Vernehmung wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.
"Die Solidarität mit unser kleinen Wehr ist riesengroß"
Bei den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Gelting herrscht unterdessen weiterhin Katerstimmung. Der Schaden am einzigen Löschfahrzeug der Feuerwehr ist noch höher als bis bislang angenommen. Wehrvorstand, Gemeindevertreter sowie Kreis-und Amtswehrführer trafen sich am Montagabend zur Krisensitzung in Gelting. "Aus der ganzen Republik haben wir Anrufe, Hilfsangebote und Nachfragen bekommen", berichtet Bernd Kraack-Petersen. "Die Solidarität mit unser kleinen Wehr ist riesengroß, selbst Privatleute, Firmen und andere Feuerwehren aus ganz Schleswig-Holstein haben Ihre Hilfe zugesagt", so der Wehrführer gegenüber shz.de.
"Derzeit liegen uns zehn maßgebliche Angebote für ein Überbrückungsfahrzeug vor, wir prüfen welches der Angebote für unsere Zwecke und Maßgaben in Frage kommt. Ich gehe davon aus, dass die Geltinger Feuerwehr in zwei Wochenspätestens wiedereinsatzbereit ist", so Kraack-Petersen. Neben den normalen Einsatzaufgaben war das LF16-Löschfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Gelting auch für Notfall- und Rettungseinsätze bei Verkehrsunfällen ausgerüstet. Die meisten technischen Zusatzeinrichtungen sind beschädigt worden, als sich das Löschfahrzeug am Sonnabend Morgen auf der Bundesstrasse 199 bei Lehbek überschlug.
"Nacktes" Neufahrzeug schlägt mit 350.000 Euro zu Buche
Hohe Kosten für die Gemeinde: Neben der Feuerwehr steht jetzt auch der Gemeinde Gelting ein riesiges Problem bevor. "Obwohl der Feuerwehrwagen gegen Diebstahl versichert war, werden vom Leistungsträger (Kommunaler Schadenausgleich Kiel) lediglich die sogenannten Zeitwertkosten für ein vergleichbares Einsatzfahrzeug übernommen", stellt Wehrführer Kraack-Petersen fest. Diese Regelung findet natürlich auch die die Spezialzusatzein-Richtung des Löschfahrzeuges Anwendung. Ein "nacktes Neufahrzeug" wird bei der Wirtschaftlichen Lage umgerechnet mit 350.000 Euro zu Buche schlagen - ohne Sonderausstattung. "Wir wissen jetzt schon, dass für die Gemeinde Gelting eine Eigenbeteiligung von rund 200.000 Euro hängen bleibt", berichtet der Wehrführer.
Von den bürokratischen Hürden ganz zu schweigen. Eine Neubeschaffung muss auch noch europaweit ausgeschrieben werden - das wird die etwa 14 Monate lange Lieferzeit für ein vergleichbares Ersatzfahrzeug noch erheblich verlängern.
"Bedanken möchte sich die ganze Wehr bei den Bürgern für die aufrichtige Anteilnahme, wir freuen uns, dass die Bevölkerung so stark hinter uns steht", sagt Kraack-Petersen. "Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr."

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