Finanzielle Unterstützung : Feuerwehr will Geld aus Glücksspielabgabe

Die Feuerwehren im Land kämpfen um Nachwuchs - doch das Werben neuer Mitglieder kostet Geld. Der Landesfeuerwehrverband hofft nun auf politische Unterstützung.

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19. April 2013, 10:10 Uhr

Kiel | Dem Landesfeuerwehrverband brennt das Thema auf den Nägeln. Er wartet auf eine finanzielle Unterstützung des Landes - in dem er an der Glücksspielabgabe beteiligt wird. Es geht um fünf Prozent, der Landesfeuerwehrverband rechnet mit rund 50.000 Euro jährlich. "Wir brauchen die Mittel, die Politik muss in die Hufe kommen", sagt der Geschäftsführer des Landesfeuerwehrverbandes, Peter Schütt. Vor allem bei der Mitgliederwerbung der Freiwilligen Wehren, die immer weniger Nachwuchs finden, sei der Geldbedarf groß. "Zur Zeit müssen wir überall um Spenden betteln", klagt Schütt. Wenn das Parlament sich nicht beeile, bestehe die Gefahr, dass die Feuerwehren bis zur Sommerpause immer noch keine Zusage hätten.

Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Die Regierungsmehrheit im Innen- und Rechtsausschuss will erst abwarten, was die ebenfalls mit dem Thema befassten Ausschüsse für Finanzen und Soziales sagen, bevor sich die Abgeordneten festlegen. Der Vorschlag des FDP-Fraktionschefs, vorbehaltlich zu votieren, fand keine Mehrheit. Wolfgang Kubicki sagt nun: "Wir erwarten, dass die mitberatenden Ausschüsse ihre Voten so rechtzeitig abgeben, dass der FDP-Entwurf noch in der Mai-Tagung vom Landtag beschlossen werden kann."

"Wir können über die Förderung einzelner Projekte reden"

Schütt wittert Wahlkampfgründe für die Verzögerung, sagt aber auch: "Ich glaube, dass wir Finanzbedarf haben, ist allen Fraktionen klar."

Anders die CDU-Abgeordnete Petra Nicolaisen: "Es hat sich wieder einmal gezeigt, dass der Koalition jegliche Wertschätzung für die Arbeit der Feuerwehren fehlt."

Das sehen die Regierungsfraktionen anders. "Wir werden ein Ergebnis bekommen, mit dem die Feuerwehren zufrieden sind. Wir können aber nicht den Eindruck erwecken, dass wir viele Fördermittel zu verteilen haben, wenn wir im Landeshaushalt sparen müssen", sagt Rasmus Andresen (Grüne). "Wir können über die Förderung einzelner Projekte reden", sagt der SPD-Abgeordnete Kai Dolgner. Er könne sich auch mit einer fünfprozentigen Unterstützung aus der Glücksspielabgabe anfreunden. "Aber das muss genau beraten werden."

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