Betreutes Wohnen in Koberg : Feuerwehr rettet 20 Menschen vor Flammen

Ein brennender Wäschetrockner löste einen Großeinsatz in Koberg aus. Foto: Nimtz
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Ein brennender Wäschetrockner löste einen Großeinsatz in Koberg aus. Foto: Nimtz

In einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Koberg (Kreis Herzogtum Lauenburg) ging ein Trockner in Flammen auf. Drei Menschen wurden verletzt.

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15. Oktober 2011, 11:54 Uhr

Dramatische Minuten am späten Donnerstagabend in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in Koberg (Kreis Herzogtum Lauenburg). Unzählige Blaulichter zuckten im Nachthimmel, Rauchmelder piepsten und dichter Rauch drang aus den Türen und Fenstern des alten Gebäudes. Zwei Bewohner, davon ein Wachkomapatient, sowie eine Pflegerin mussten mit Verdacht auf eine Rauchgasvergiftung sofort ins Krankenhaus nach Ratzeburg gebracht werden. Die anderen 17 Bewohner wurden im Dorfgemeinschaftshaus untergebracht.
Gegen 21.30 Uhr bemerkte eine Pflegerin eine starke Rauchentwicklung im Gebäude und sah daraufhin einen brennenden Wäschetrockner im Erdgeschoss der Einrichtung in der Dorfstraße 70. Als wenige Minuten später die Freiwillige Feuerwehr Koberg eintraf, qualmte es bereits aus sämtlichen Fenstern und Türen und Einsatzleiter Timo Wille erhielt die Info, dass um die 20 Personen, viele davon in Rollstühlen, noch im Gebäude sind.
150 Einsatzkräfte vor Ort
"Parallel zur sofort eingeleiteten Menschenrettung forderte ich sämtliche Wehren aufgrund dringend benötigter Atemschutzgeräteträger aus der näheren Umgebung an", sagt der Einsatzleiter. Die Leitstelle alarmierte ein Großaufgebot an Rettungskräften mit dem Einsatzstichwort Massenanfall an Verletzten 2 (MANV 2). Acht Freiwillige Feuerwehren, die Rufbereitschaft des Kreisfeuerwehrverbandes und sieben Rettungswagen kamen zum Einsatzort. "Zusätzlich unterstützte die Schnell-Einsatz-Gruppe (SEG) des Rettungsdienstes und die eigene Einsatzleitung vor Ort", sagt Maik Sommerfeld, organisatorischer Leiter des Rettungdienstes. Insgesamt waren rund 150 Einsatzkräfte vor Ort.
Atemschutzgeräteträger brachten immer wieder ältere Menschen mittels übergezogenen Fluchthauben aus dem bereits völlig verqualmten Gebäude nach draußen und übergaben sie dort in die Hände der bereits warteten Sanitäter. Um 22.15 Uhr wurde "Feuer aus" gemeldet. Das Gebäude wurde weiterhin belüftet. Die Bewohner konnten wegen der starken Rauchentwicklung und des beißenden Brandgeruchs in der Nacht nicht in ihre Zimmer zurück. Zur Schadenshöhe konnten am Abend noch keine Angaben gemacht werden. Gegen 3.35 Uhr war der gesamte Einsatz abgearbeitet und die letzten Einsatzkräfte rückten ab.

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