Norddeutschland : Feuerball rast über den Norden hinweg

Eine helle Lichtkugel und ein Schweif: So präsentierte sich der Meteor über Hamburg - seine Erscheinung hat viele Menschen in der Hansestadt und in Schleswig-Holstein erschreckt. Fotoserie: Nils Knott/dpa
Eine helle Lichtkugel und ein Schweif: So präsentierte sich der Meteor über Hamburg - seine Erscheinung hat viele Menschen in der Hansestadt und in Schleswig-Holstein erschreckt. Fotoserie: Nils Knott/dpa

Am Dienstag liefen bei Polizei und Feuerwehr die Telefone heiß. Im Nordwesten raste ein Meteor über den norddeutschen Himmel.

shz.de von
15. Oktober 2009, 02:31 Uhr

Pinneberg/Hamburg | Kurz vor 19 Uhr: Hansjörg Thießen arbeitete gerade an seinem Stall in Borstel-Hohenraden (Kreis Pinneberg), als eine leuchtende Kugel den Himmel hell erleuchtete. Im Nordwesten raste ein Meteor über den norddeutschen Himmel. "Der hatte einen kurzen, gezackten Schweif und ein richtig helles Feuer", erinnert sich Thießen. Er stellte sofort das Radio ein. "Ich dachte, das kommt gleich in den Nachrichten." Zuhören konnte er nicht mehr, der Alarmpiepser meldete sich - Thießen ist bei der Freiwilligen Feuerwehr.
Denn er war nicht der einzige in Schleswig-Holstein, der das Spektakel am Himmel des Dienstagabend beobachtete. Bei Polizei und Feuerwehr liefen die Telefone heiß. "Von Stade über Hamburg bis nach Rendsburg hoch gingen Notrufe bei den Leitstellen ein", bestätigt Michael Bunk, Feuerwehrsprecher in Pinneberg. "Irgendwann haben wir aufgehört, die Anrufe zu zählen", berichtet auch Pinnebergs Polizeisprecherin Sandra Rüder.
Entgegen der Befürchtung vieler Anrufer war für den Augenzeugen Thießen schnell klar: Es handelte sich nicht um einen Flugzeugabsturz. "Ich konnte keine Teile sehen." Um sicher zu gehen, rückten die Feuerwehren Quickborn, Hemdingen und Borstel-Hohenraden ins Himmelmoor aus. Von einer Drehleiter aus suchten die Kameraden die Gegend mit einer Wärmebildkamera und Suchscheinwerfern ab - ohne etwas zu finden. Auch der Tower in Hamburg-Fuhlsbüttel gab Entwarnung.
Was die Schleswig-Holsteiner sahen, war ein Meteor, wie Carolin Liefke bestätigt. Die Astrophysikerin an der Hamburger Sternwarte bringt es ganz nüchtern auf den Punkt: "Im Grunde war das nichts weiter als ein Gesteinsbrocken aus dem All, den die Atmosphäre zum Glühen brachte. Nach der Helligkeit zu beurteilen, war der Stein etwa faustgroß." Nach Liefkes Angaben treten zwei- bis dreimal jährlich Himmelskörper dieser Größe in die Atmosphäre über Deutschland ein. Der jüngste Meteor erleuchtete im Januar - der ging allerdings über Dänemark nieder.

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