Friedrichskoog : Fett werden in Friedrichskoog

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Das verwaiste Robben-Baby "Waldemar" hat in der Seehundstation Friedrichskoog Zuflucht gefunden. Die lockt zudem mit einer neuen Ausstellung.

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02. Juni 2011, 01:24 Uhr

Die Seehundstation Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) will mit der am Mittwoch eröffnenden neuen Ausstellung "Robben der Welt" seine Attraktivität steigern. Die Ausstellung gibt einen interaktiven Einblick in die Welt der Meeressäuger. Dabei dreht sich die Ausstellung nicht nur um die heimischen Heuler, sondern bietet unter anderem auch Informationen über Seeelfanten und Seelöwen. Neben der Betreuung sogenannter Heuler und verletzter Seehunde sowie der Bergung toter Seehunde und Schweinswale zählt auch die Informations- und Aufklärungsarbeit zu den Aufgaben der Seehundstation Friedrichskoog.
Die Seehundstation wurde vor einem viertel Jahrhundert unter der Trägerschaft der Gemeinde Friedrichskoog und des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein gegründet, denn der Seehund unterliegt dem Jagdrecht. Jäger sind zuständig und verantwortlich für den Schutz des Meeressäugers.
Seehundjäger schützen die Meeressäuger

Knapp 40 Seehundjäger an der Nord- und Ostseeküste Schleswig-Holsteins engagieren sich seit vielen Jahren für den Schutz der Seehunde. Immer wieder werden an den Küsten allein liegende heulende junge Seehunde gefunden, die den Kontakt zu ihrer Mutter verloren haben. Solche Seehunde sollten in Ruhe gelassen werden, so dass die Mutter ungestört zu ihrem Jungen zurückkehren kann, erklärt Dr. Klaus-Hinnerk Baasch, Präsident des Landesjagdverbandes Schleswig-Holstein. Als "Heuler" werden dagegen nur die Jungtiere bezeichnet, die während der Säugezeit dauerhaft den Kontakt zur Mutter verloren haben. Findet man einen so genannten "Heuler" an Badestränden, in Hafenanlagen oder weit entfernt von den eigentlichen Seehundbänken, sollte man den örtlichen "Seehundjäger", die Polizei oder eine Seehundstation informieren. Das Fachpersonal entscheidet dann, wie weiter mit dem Heuler verfahren wird.

Jeder Einzelfall wird vom zuständigen, speziell geschulten und vom Land Schleswig-Holstein beauftragten Seehundjäger sorgfältig geprüft. Nur er ist berechtigt, das Tier aufzunehmen und an die Seehundstation zu übergeben. In der Station wird das Jungtier zunächst tierärztlich untersucht, einige Tage in Quarantäne gehalten, wieder aufgepäppelt und später in die Freiheit entlassen.
(tij, shz)

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