Heilige Drei Könige : Feiertage: Schleswig-Holstein ist Schlusslicht

Schleswig-Holstein hat neun, Bayern 13: shz.de zeigt die bundesweiten Unterschiede der gesetzlichen Feiertage und erklärt, warum wir diese eigentlich feiern.

shz.de von
05. Januar 2015, 21:03 Uhr

Am 6. Januar haben die Menschen in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt frei. „Heilige drei Könige“ ist ein Feiertag - allerdings nicht in Schleswig-Holstein. Hier müssen die Menschen heute arbeiten.

An wie vielen Tagen die Bundesländer frei haben, ist in Deutschland unterschiedllich. Schleswig-Holstein ist mit neun Tagen neben Berlin, Bremen, Hamburg und Niedersachsen das Bundesland mit den wenigsten gesetzlichen Feiertagen. Der Durchschnitt liegt bei 10,5 Tagen. Bayern hingegen hat an 13 Tagen im Jahr frei. Eine Übersicht:

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Woher kommen eigentlich die ganzen Feiertage? Ob nun neun oder 13: die meisten Feiertage in Deutschland haben einen kirchlichen Ursprung.

Neujahr

Bundesweiter gesetzlicher Feiertag

Dieter Wrege
Leuchtender Himmel: Das beeindruckende Feuerwerk über Niebüll war weithin zu sehen.

Das „Neujahr“ oder auch Neujahrestag ist der erste Tag des neuen Kalenderjahres. In nahezu allen Kulturen wird zu diesem Zeitpunkt das Neujahresfest mit dazugehörigen Bräuchen gefeiert.

Heiligen drei Könige

Gesetzlicher Feiertag in: Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt

Die „Heiligen drei Könige“ ist ein kirchlicher Feiertag, der im Gedenken an die heiligen drei Könige, die laut der Weihnachtsgeschichte Jesus Gaben brachten, gefeiert wird. Ein bekannter Brauchtum ist das Sternensingen.

Im Volksbrauchstum gilt der 6. Januar in Süddeutschland als Neujahresbeginn.

Karfreitag

Bundesweiter gesetzlicher Feiertag

Der kirchliche Feiertag „Karfreitag“ ist zum Gedenken an den Kreuztod Jesus Christus.

Der Feiertag ist neben Ostern einer der höchsten Feiertage der Christen. Der Karfreitag ist bundesweit einer der sogenannten stillen Tage beziehungsweise stillen Feiertage. An diesem Tag gilt das Tanzverbot. Es verbietet verschiedene öffentliche Ereignisse.

Ostersonntag und Ostermontag

Ostersonntag ist ein gesetzlicher Feiertag in: Brandenburg

Ostermontag ist ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag

Nur Ostermontag ist bundesweit ein gesetzlicher Feiertag.
Ralf Hirschberger, dpa
Nur Ostermontag ist bundesweit ein gesetzlicher Feiertag. Foto: dpa

„Ostersonntag“ ist, anders als viele denken, in den meisten Bundesländern kein gesetzlicher Feiertag. Die Kirche feiert an diesem Tag die Auferstehung Jesus. Der „Ostermontag“ gilt als Fortsetzung des Ostersonntags und hat seinen Ursprung in einer länger andauernden Arbeitsruhe.

Tag der Arbeit

Bundesweiter gesetzlicher Feiertag

Den "Tag der Arbeit" genossen viele Menschen in Eutin unterm Maibaum.
Den "Tag der Arbeit" genossen viele Menschen in Eutin unterm Maibaum.

Der erste Mai, heute bekannt als „Tag der Arbeit“ wurde in der Zeit des Nationalsozialismus 1933 zum gesetzlichen Feiertag (Feiertag der nationalen Arbeit) erklärt. 1946 wurde der Feiertag vom Alliierten Kontrollrat bestätigt.

Christi Himmelfahrt

Bundesweiter gesetzlicher Feiertag

"Vater" ist ein dehnbarer Begriff: Auch viele Jugendliche nutzen Christi Himmelfahrt für Ausflüge. Foto: dpa

An „Christi Himmelfahrt“ wird die Rückkehr Jesus zu seinem Vater in den Himmel gefeiert.

Himmelfahrt fällt jedes Jahr auf einen Donnerstag, 39 Tage nach Ostersonntag.

Pfingstsonntag und Pfingstmontag

Pfingstsonntag ist ein gesetzlicher Feiertag in: Brandenburg

Pfingstmontag ist ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag

Die Borbyer Pastoren Ole Halley, Brigitte Gottuk und Rainer Kluß (von links) begrüßten am Pfingstsonntag rund 400 Menschen auf der Apfelwiese.
Gottesdienst am Feiertag: Die Borbyer Pastoren Ole Halley, Brigitte Gottuk und Rainer Kluß (von links) begrüßten am Pfingstsonntag rund 400 Menschen auf der Apfelwiese.

Im Anschluss auf Himmelfahrt wird mit „Pfingstsonntag“ die Erstehung des Heiligen Geistes gefeiert. Wie Ostersonntag ist auch Pfingstsonntag in allen Bundesländern, außer in Brandenburg, kein gesetzlicher Feiertag. „Pfingstmontag“ dagegen, gilt in ganz Deutschland als gesetzlicher Feiertag.

Fronleichnam

Gesetzlicher Feiertag in: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland

Fronleichnams-Prozessions: 80 Teilnehmer begleiteten den Zug der katholischen Gemeinde.
Fronleichnams-Prozessions: 80 Teilnehmer begleiteten den Zug der katholischen Gemeinde. Foto: Hinz

Das vom mittelhochdeutschen vrône lîcham abgeleitete „Fronleichnam“ bedeutet „des Herren Leib“. Es ist das Fest des heiligsten Leibes und Blutes Christi.

Mariä Himmelfahrt

Gesetzlicher Feiertag im: Saarland

Am Feiertag Mariä Himmelfahrt veranstalten Gläubige aus Österreich, Schweiz und Deutschland eine Schiffsprozession auf dem Bodensee. (Bild: dpa)

An „Mariä Himmelfahrt“ wird die Aufnahme der Mutter Gottes im Himmel gefeiert.

Tag der Deutschen Einheit

Bundesweiter gesetzlicher Feiertag

Am „Tag der Deutschen Einheit“ wird die Wiedervereinigung Deutschlands gefeiert und erinnert. Bereits von 1954 bis 1990 wurde in der BRD am 17. Juni zum Gedenken an den Volksaufstand in der DDR der „Tag der deutschen Einheit“ (mit kleinem d) gefeiert. 1990 kam dann der „Tag der Deutschen Einheit“ als nationaler Feiertag hinzu. Somit gab es in diesem Jahr zwei Tage der deutschen Einheit.

Reformationstag

Gesetzlicher Feiertag in: Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Der „Reformationstag“ ist ein Gedenktag an die Reformation der Kirche durch Martin Luther. Im Jahr 2017 hat der „Reformationstag“ den 500. Jahrestag. Dieser Tag soll in ganz Deutschland einheitlich als Feiertag festgelegt werden, auch in Schleswig-Holstein – ausnahmsweise.

Allerheiligen

Gesetzlicher Feiertag in: Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Am „Allerheiligen“ gedenkt man den Heiligen und denen, die nicht heilig gesprochen wurden. Ebenso wird an diejenigen gedacht, dessen Heiligkeit nur Gott kennt.

Buß- und Bettag

Gesetzlicher Feiertag in: Sachsen

„Buß- und Bettag“ war lange Zeit ein Feiertag, der immer wieder auf aktuelle Anlässe angesetzt wurde. Zu Notzeiten und bei Gefahren wurde den Bürgern so die Möglichkeit gegeben, zu beten und Buße zu tun. 1990 galt der Feiertag dann bundesweit als gesetzlicher Feiertag, bis er 1995 zugunsten der Pflegeversicherung abgeschafft wurde. Dies geschah, um die Mehrbelastung der Arbeitgeber durch eben diese Versicherung mit Mehrarbeit der Arbeitnehmer auszugleichen.

1. und 2. Weihnachtstag

Bundesweite gesetzliche Feiertage

imago/Westend61
Das Wort „Advent“ stammt vom lateinischen Wort „adventus“ ab, was soviel bedeutet wie Ankunft. In der Adventszeit warten wir auf die Ankunft von Jesus Christus, dessen Geburt wir am 24. Dezember feiern. Foto: imago/Westend61

Am „1. Weihnachtstag“ feiert man die Geburt Jesus, während am „2. Weihnachtstag“ mehr das Menschwerden Gottes gefeiert wird.

Kompensation der Feiertage und Brückentage

Da viele Feiertage an ein bestimmtes Datum gebunden sind, wie beispielsweise der Tag der Deutschen Einheit, besteht die Möglichkeit, dass Feiertage auf ein Wochenende fallen. Auch in diesem Jahr liegen zwei der gesetzlichen Feiertage in Schleswig-Holstein auf einem Samstag und fallen so als freier Tag weg. Die Linken fordern aus diesem Grund die Kompensation für Feiertage am Wochenende.

Trotz zwei eher ungünstig fallender Feiertage und den fehlenden Brückentagen, braucht man sich keine Sorgen machen. shz.de zeigt, wie man mit wenigen Urlaubstagen doch noch möglichst viel herausholen kann.

Stille Tage

An bestimmten Feiertagen herrscht in Deutschland ein ländergeregeltes Verbot für öffentliche Tanzveranstaltungen. An diesen sogenannten „stillen Tagen" gilt das ausgelassene Tanzen als unangemessen und ist daher bei Veranstaltungen verboten. Ebenso gilt dieses Verbot auch für andere Veranstaltungen, wie beispielsweise Sportveranstaltungen.

In Schleswig-Holstein gibt es nur drei solcher stillen Tage. Karfreitag ganztägig und Volkstrauertag sowie Totensonntag von 4 bis 24 Uhr.

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