Prozess wegen Betrug und Urkundenfälschung : Falsche Lehrerin gesteht – SH will 133.000 Euro zurück

Die 50-Jährige soll sich mit gefälschten Papieren unter anderem eine Verbeamtung in Schleswig-Holstein erschlichen haben.

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20. Mai 2015, 13:00 Uhr

Kiel | Mit gefälschten Zeugnissen hatte sie sich als Lehrerin den Zugang zum Schuldienst erschlichen, jetzt gestand die ehemalige Beamtin in Kiel den Betrug. Vor dem Amtsgericht räumte die 50-Jährige aus Wismar am Mittwoch ein, dass sie sich nach der Wende mit falschen Zeugnissen und Staatsexamina für das Lehramt beworben hatte. Die Anklage legt ihr gewerbsmäßigen Betrug und Urkundenfälschung zur Last.

Ihre Lehrerlaufbahn startete sie Anfang der 1990er Jahre in Wolgast. Von dort wechselte sie nach Brandenburg und dann nach Berlin, wo sie auch verbeamtet war. Von 2008 bis Anfang 2013 erschlich sie sich ihre Verbeamtung in Schleswig-Holstein. Hier arbeitete sie an Schulen in Mölln und Lübeck. Die Unstimmigkeiten in ihren Unterlagen fielen im Bildungsministerium in Kiel erst auf, als ein Möllner Schulleiter 2010 wegen mangelnder Leistungen der Frau die Schulaufsicht einschaltete.

Die Angeklagte wurde Ende 2012 vom Bildungsministerium in Kiel suspendiert. Anfang 2013 wurde ihr der Beamtenstatus aberkannt. Da ermittelte die Staatsanwaltschaft längst. Dennoch bewarb sie sich 2013 noch einmal an einer Schule bei Schwerin - wieder mit falschen Papieren, wie sie zugab. Schleswig-Holstein fordere rund 133.000 Euro von ihr zurück, sagte die Frau. Auch aus anderen Bundesländern gebe es noch Rückzahlungsforderungen.

Sie habe mit der als Propagandafach geltenden DDR-Staatsbürgerkunde kaum Chancen auf Anstellung gehabt, machte die Angeklagte deutlich. „Es war eine Zeit, in der Vergangenheiten gelöscht wurden. So war es auch bei mir.“ Unter Tränen zeigte sie sich reuig und bat um Entschuldigung. Sie habe schon seit ihrer Kindheit Lehrerin werden wollen, sagte sie. Laut Anklage verfügt die 50-jährige weder über gültigen Hochschulabschluss, Diplom noch Staatsexamina. Eine Vertreterin des Ministeriums meinte als Zeugin vor Gericht, inzwischen bezweifle sie sogar die Echtheit des vorgelegten Abiturzeugnisses der gelernten Krankenschwester.

Weitere Termine der Hauptverhandlung:
Mittwoch, 3. Juni 2015, 9 Uhr,
Mittwoch, 17. Juni 2015, 10.30 Uhr
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