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Bald auch Twitter und Youtube : Facebook-Fahndung: Wie die Polizei in SH das Netz nutzen will

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Polizei geht neue Wege: Im sozialen Netzwerk wird ermittelt und kommuniziert. Für Notrufe bleibt die 110.

Kiel | Auch die Polizei im Norden ist jetzt bei Facebook aktiv. Innenminister Stefan Studt schaltete am Donnnerstag die polizeilichen Fan-Seiten zeitgleich frei.

Insgesamt gibt es sieben Seiten – denn jede Direktion informiert in ihrem regionalen Gebiet. So mahnte die Kieler Polizei anlässlich einer Feuerserie auch gleich mit Informationsschreiben in Deutsch und Türkisch zur Wachsamkeit auf dem Ostufer. Die Lübecker Polizisten warnten davor, Autos als „Tresor“ zu nutzen. Die Direktion in Flensburg begrüßte die dänischen Fans mit „Moin“ und „Velkommen“:

Beitrag von Polizei Flensburg, Schleswig-Flensburg und Nordfriesland.

 

Nach Ansicht von Innenminister Studt bietet Facebook eine weitere Möglichkeit für die Polizei, die Bevölkerung gezielt anzusprechen. „Facebook bedeutet schnelle Kommunikation und große Reichweite, da kann die Polizei nicht abseits stehen“, sagte er im Landespolizeiamt in Kiel.

Die Seiten sollen genutzt werden, um über die Polizeiarbeit zu informieren, auf Veranstaltungen der Polizei aufmerksam zu machen oder um Nachwuchs zu gewinnen. Wie häufig Neuigkeiten veröffentlicht werden, soll sich in der Praxis noch herausstellen. Die Facebook-Fahndung ist dabei aber nur ein Aspekt – bei dem sich die Beamten streng an Datenschutzregeln halten müssen. Fotos von Vermissten beispielsweise werden die Direktionen nicht direkt bei Facebook einstellen, kündigt Jürgen Börner vom Landespolizeiamt an. Vielmehr würde die Polizei in solchen Fällen auf eine Seite verlinken, die auf einem deutschen Server liegt.

Für Innenminister Studt steht fest: „Facebook erhöht den Nutzen für die Öffentlichkeitsarbeit, Prävention, Öffentlichkeitsfahndung, Einsatzbewältigung, Ermittlungsarbeit und für die Nachwuchsgewinnung.“ Der Minister kündigte an, dass auch andere soziale Medien wie Twitter oder Youtube in der nächsten Zeit nach und nach auf ihren Nutzen für die Landespolizei geprüft werden. Wann genau die Polizei auch hier aktiv wird, kann noch nicht gesagt werden.

Für den Gang zu Facebook ließ sich die Landespolizei immerhin anderthalb Jahre Zeit, in der sich die Beamten unter anderem bei den Vorreitern in Hamburg und Hannover informierten. Zwei Polizisten wurden speziell für die Arbeit geschult. Die Hamburger Polizei ist schon seit Monaten bei Facebook vertreten und versammelt bereits etwa 14.000 Fans im sozialen Netzwerk. Die Hanseaten teilen Meldungen, laden zu Veranstaltungen ein oder präsentieren Fotos von sichergestellten Fahrrädern und illegal gehandelten Hunden.

Jürgen Börner weist darauf hin, dass das soziale Medium keinesfalls für Notrufe gebraucht werden sollte. „Im Notfall sollte man nach wie vor die 110 wählen“, sagt er. Dennoch werden die Kommentare rund um die Uhr beobachtet und ausgewertet, so dass die Polizei schnell reagieren kann. Die Seiten werden zentral in Kiel bestückt, die Beamten erhalten die Informationen über E-Mail von ihren lokalen Kollegen. Landesweite Themen werden auf allen Seiten gleichzeitig veröffentlicht. So soll beispielsweise die Polizeiarbeit beim G7-Gipfel auch über Facebook begleitet werden.

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erstellt am 26.Feb.2015 | 19:15 Uhr

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