Kiel : Experten beraten über Marine-Einsätze

Kommandeur der Einsatzflotille 1 Rainer Brinkmann freut sich, dass die wichtige Konferenz nach Kiel kommt. Foto: dpa
Kommandeur der Einsatzflotille 1 Rainer Brinkmann freut sich, dass die wichtige Konferenz nach Kiel kommt. Foto: dpa

Wichtige Nato-Konferenz in Kiel: Mehr als 150 Experten beraten bis Donnerstag über Marine-Einsätze in Küstengewässern. Sie wollen gegen Terrorismus und Piraterie vorgehen.

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22. Oktober 2008, 10:16 Uhr

Terrorismus, lokale Konflikte und Piraterie verlagern Marine-Einsätze der Nato zunehmend von der hohen See in Küstengewässer. Über Besonderheiten dieser Operationen beraten rund 150 Fachleute aus Militär, Industrie und Wissenschaft noch bis Donnerstag in Kiel. Dazu hatte das neue Kompetenzzentrum der Nato für Operationen in Flachwassergebieten und Küstenmeeren eingeladen. Die Konferenz diene dazu, Empfehlungen für Streitkräfte und Politik zu erarbeiten, sagte Rainer Brinkmann. Er ist der Vorgesetzte der internationalen Dienststelle und Kommandeur der Marine-Einsatzflottille 1 in Kiel, Kapitän zur See.
Nach Einschätzung Brinkmanns nimmt die Bedeutung der Küstengebiete mit wachsendem Seeverkehr weiter zu. Obwohl Deutschland immens vom freien Welthandel abhänge, sei die Bedeutung der See als Ganzes im Bewusstsein eher wenig verankert, sagte Brinkmann. "Wir als Marine sind gut aufgestellt dank guter Planung und guter Überlegungen", sagte er.
Kiel als Traditionsstandort

Den Ausschlag für Kiel als Standort für eines einer ganzen Reihe von Nato-Kompetenzzentren gaben Brinkmann zufolge mehrere Faktoren. So habe die deutsche Marine aus historischen Gründen viel in Nord- und Ostsee in küstennahen Gebieten operiert. Hinzu komme unter anderem die Marine-Tradition Kiels. Weitere Vorzeigeprojekte im Norden: Marineabwehrschiffe in Kiel, Schnellboote und Korvetten in Rostock- Warnemünde sowie U-Boote, Kampfschwimmer und Minentaucher in Eckernförde.
Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Werner Marnette verwies auf die große Erfahrung im Norden mit engen, flachen und tideabhängigen Küstengewässern. "Mit unserer Kompetenz in maritimer Wirtschaft sind wir ein geradezu prädestinierter Standort für eine solche hochkarätige Konferenz", sagte der CDU-Politiker. Mit seinen Werften und der Spezialisierung auf den U-Boot-Bau in Kiel habe das Land technologisch ebenso viel zu bieten wie im militärischen und polizeilichen Küstenschutz.

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