Autobahnausbau : Ex-Verkehrsminister Austermann hält A7-Ausbau für unsinnig

Der frühere Kieler Verkehrsminister Dietrich Austermann (CDU) hat massive Zweifel an der Sinnhaftigkeit eines vorrangigen Ausbaus der A7 angemeldet.

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26. Juni 2012, 08:23 Uhr

Kiel/Itzehoe | Die dafür vorgesehen Mittel von bis zu 500 Millionen Euro sollten besser für die Fertigstellung der A20 eingesetzt werden, sagte Austermann unserer Zeitung. Erst wenn dieses Projekt realisiert sei, solle die Verbreiterung der A7 zwischen Bordesholmer Dreieck und dem Dreieck Hamburg Nordwest auf sechs Fahrspuren in Angriff genommen werden.
Der Druck auf die A7 sei gering, sagte Dietrich Austermann. Bei höherem Verkehrsaufkommen könne schon heute die ausgebaute Standspur genutzt werden. Damit stünden drei Fahrspuren zur Verfügung. Angesichts der geplanten fünfjährigen Bauzeit für die Verbreiterung der wichtigsten Nord-Süd-Achse sei zu erwarten, dass es vor Hamburg noch mehr "permanente Staus und Verkehrsstillstand" gebe.
Austermann: Wahlbetrug soll kaschiert werden
Austermann erinnerte an frühere Planungen, nach denen die A20 bis spätestens 2017 fertiggestellt sein sollte. Dieses Ziel lasse sich immer noch erreichen, weil alle Planfeststellungsverfahren binnen Jahresfrist abgeschlossen seien: "Aber man muss es wollen", fügte Austermann mit dem Blick auf die Koalitionsvereinbarungen von SPD, Grünen und SSW hinzu. Danach soll die A20 bis 2017 lediglich bis zu A7 weitergebaut werden.
Die Darstellung der Koalitionsparteien, das Projekt könne wegen einer fehlenden Finanzierung nicht weiter vorangetrieben werden, wies Austermann als "Schutzbehauptung zurück, um den Wahlbetrug zu kaschieren". So wolle die Küsten-Ampel nach eigenen Erklärungen die noch laufenden Planfeststellungsverfahren nutzen, "um die Neubewertung der prognostizierten Verkehrsströme sowie der ökologischen und finanziellen Folgewirkungen vorzunehmen". Damit werde die gesamte Planung wie zu Zeiten der rot-grünen Koalition von 2005 "ins Koma versetzt".

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