"Späte Genugtuung" : EU genehmigt Ausbau des Kieler Flughafens

Im Jahr 2002 flogen noch Linienmaschinen vom Kieler Flughafen ab. Foto: Staudt
Im Jahr 2002 flogen noch Linienmaschinen vom Kieler Flughafen ab. Foto: Staudt

Das Projekt ist tot. Seit Monaten schon. Das Land will den Kieler Flughafen nicht mehr ausbauen. Die EU schickte jetzt aber die Genehmigung dazu.

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14. November 2007, 08:08 Uhr

Gut ein Jahr nach dem Abflug seiner letzten Linienmaschine hat der Kieler Flughafen überraschend Rückenwind aus Brüssel erhalten. Die EU-Kommission gab bekannt, dass sie in einem Ausbau des Flugplatzes Holtenau mit öffentlichen Geldern kein Beihilfenmissbrauch sehen würde. Die Kommission erhebe deshalb keine Einwände gegen die vorgesehene Finanzierung, hieß es in einer am Mittwoch in Brüssel veröffentlichten Mitteilung. Das Prüfverfahren geht auf eine Beschwerde der Anrainergemeinde Altenholz (Kreis Rendsburg-Eckernförde) zurück.
Weiter hieß es, die Stadt Kiel könne für die Verlängerung einer Start- und Landebahn 20,2 Millionen Euro vom Land Schleswig-Holstein und der Bundesregierung erhalten. Doch die Mühlen der Europäischen Union mahlen langsam. Das Verfahren hatte Jahre bei der EU gelegen und wurde inzwischen von neuen Entwicklungen überholt: Denn in der Zwischenzeit hat sich das Land Schleswig-Holstein von den Ausbauplänen verabschiedet. Hintergrund der Entscheidung gegen den Ausbau war letztlich ein gemeinsames Gutachten mit Hamburg über die Perspektiven des Flugverkehrs im Norden gewesen. Die Folge: Nein zu Kiel, Ja zu Lübeck. Die Weiterentwicklung des Flughafens der Hansestadt will das Land weiterhin in vollem Umfang unterstützen.
Mehrere Anläufe, einen Linienbetrieb in Kiel wiederzubeleben, brachten keinen Erfolg. Wegen schlechter Auslastung hatte zuletzt die Airline Cirrus die Verbindung nach München eingestellt. In Holtenau landen seit 2006 nur noch Hobby- und Geschäftsflieger. Dennoch sprach das Wirtschaftsministerium in Kiel von einer "späten Genugtuung".

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