Eis und Schnee : Es ist zu kalt - Zugvögel kehren wieder um

Nicht nur die Menschen haben die Nase von Eis und Schnee voll - auch den Vögeln reicht es.

Avatar_shz von
20. März 2013, 10:43 Uhr

Bergenhusen | "Einige Zugvögel sind wieder umgekehrt", sagt Dr. Hermann Hötker vom Michael-Otto-Institut des Naturschutzbundes (Nabu) in Bergenhusen (Kreis Schleswig-Flensburg). "Wir haben etwa bei beringten Brandgänsen nachgewiesen, dass sie wieder weiter aufs Meer hinausgeflogen sind, weil es dort nicht ganz so kalt ist." Auch Kiebitze, die in der kurzen Wärmeperiode vor einigen Wochen im Norden nach den besten Brutquartieren gesucht haben, sind zum Teil wieder Richtung Süden hinter die Frostgrenze verschwunden. "Das sind ja auch nur ein paar hundert Kilometer, das ist für die Vögel kein Problem", sagt Hötker. Stare seien bislang nur sehr vereinzelt gekommen, normalerweise wären sie schon zahlreicher in Schleswig-Holstein zu sehen.

Nahrung würden die Tiere aber auch in der verschneiten Landschaft noch genug finden, sagt Hötker. Die Störche, die schon aus dem Süden zurück sind und jetzt in Schleswig-Holstein bleiben, können etwa an Flussrändern auf Beutejagd gehen. "Und auch um die anderen Vögel muss man sich keine Sorgen machen. Wer es bis jetzt geschafft hat, der hat auch noch genug Reserven, den restlichen Winter zu überstehen", sagt der Vogelexperte.

Durch den verzögerten Frühling beginnen die Frühbrüter später mit der Aufzucht der Jungen. Auswirkungen auf den Bruterfolg könne man daraus aber nicht ableiten, so Hötker. "Die Gräser und die Insekten sind ja auch noch nicht so weit. Die Natur regelt das von selbst."

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen