Ex-Umweltminister Töpfer : "Es geht nicht nur um Kosten"

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Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer plädiert dafür, im Umweltschutz nicht Kosten, sondern wirtschaftlichen Nutzen zu sehen.

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25. Januar 2008, 02:10 Uhr

"Es gibt nicht nur: Was kostet das?, sondern es bringt etwas", sagte der frühere Bundesumweltminister am Freitag in Hamburg. In Zukunft würden Häuser gebaut, die Energie produzieren und nicht verbrauchen. "Wenn uns das gelingt, hätten wir einen tollen Exportschlager." Allein China baue in zwei Jahren so viele Gebäude, wie heute in ganz Japan stehen, sagte Töpfer bei der Vorstellung von "12 Büchern zur Zukunft der Erde", in denen Wissenschaftler den Forschungsstand und Handlungsmöglichkeiten zur Nachhaltigkeit aufzeigen. "Es muss uns gelingen, dort moderne Technik einzusetzen."
Nachhaltigkeit muss nach Töpfers Überzeugung wirtschaftliche und soziale Stabilität mit einer umweltgerechten Entwicklung verbinden. Der Initiator der Buchreihe, der ehemalige Vorstandssprecher der Metro, Klaus Wiegandt, forderte eine neue Art von Wachstum, die Ressourcen und Energie schone. "Wir haben viele Erfolge im Umweltbereich erreicht, aber den entscheidenden Kurswechsel nicht vollzogen", monierte er. "Wenn ich mich nachhaltig verhalten hätte, wäre ich entlassen worden", sagte er rückblickend über seine Zeit an der Spitze der Metro. Das Problem sei das kurzfristige Denken. "Alle stehen unter Druck, Performance zu machen", sagte Wiegandt.

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