Lebensgefährtin erstochen : "Er hat sie vorsätzlich getötet"

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 42-Jährigen hat der Vertreter der Staatsanwaltschaft Itzehoe zwölf Jahre Haft gefordert. Er wertete die Tat des 45-Jährigen rechtlich als Totschlag.

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05. Januar 2011, 09:18 Uhr

"Er hat sie vorsätzlich getötet", sagte der Anklagevertreter in seinem Plädoyer. Angeklagt hatte er den 45-Jährigen wegen heimtückischen Mordes. Die Indizien hätten nach drei Monaten Beweisaufnahme für einen entsprechenden Schuldspruch jedoch nicht gereicht, zog der Staatsanwalt sein Fazit.
Der Angeklagte hatte gestanden, in dem Haus gleich hinter dem Deich die Mutter seiner vier Kinder mit einem Küchenmesser getötet zu haben. Die 42-Jährige hatte sich in der Nacht zum 28. März 2010 nach einem Streit auf ein Sofa gelegt. Kurze Zeit später hatte der Mann mit der 19 Zentimeter langen Klinge auf die Frau eingestochen.
Sexueller Übergriffe auf die Tochter
Insgesamt 22 Stichwunden zählten die Rechtsmediziner später. Eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit des angetrunken Mannes (zwischen 1,7 und 1,9 Promille zur Tatzeit) wollte der Staatsanwaltschaft nicht ausschließen. Ihre vier gemeinsamen Kinder im Alter zwischen sieben und 21 Jahre waren ebenfalls in der Wohnung in Barlt, bekamen nach Polizeiangaben von der Bluttat jedoch nichts mit.Neben dem Tod seiner Lebensgefährtin musste sich der Angeklagte auch wegen mehrfacher sexueller Übergriffe auf seine damals zwöf Jahre alten Tochter sowie ein anderes Mädchen verantworten. Der Prozess wird im Februar mit dem Plädoyer der Verteidigung fortgesetzt.

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