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Durch Papst Franziskus : Engel der Armen: Mutter Teresa wird heiliggesprochen

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Aus der Onlineredaktion

Mutter Teresa pflegte, begleitete, kümmerte sich - oft bis zum Tod ihrer Schützlinge. Nun erklärt der Papst: Sie hatte auch heilende Kräfte.

Kolkata | Die Friedensnobelpreisträgerin Mutter Teresa wird heiliggesprochen. Papst Franziskus stimmte der Empfehlung der zuständigen Kongregation im Vatikan zu, wie der Kirchenstaat am Freitag mitteilte. Der weltberühmten Nonne wird damit das für die Heiligsprechung nötige zweite Wunder zugeschrieben. Dabei soll es sich um die unerklärliche Heilung eines schwer kranken Mannes handeln.

Wer möchte, dass jemand heiliggesprochen wird, muss dafür viel Geld auf den Tisch legen: Bis zu 50.000 Euro kann das Verfahren kosten. Ein Grund ist beispielsweise, dass Honorare an Gutachter gezahlt werden müssen.

Die 1997 im Alter von 87 Jahren gestorbene Mutter Teresa war 2003 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen worden. Das Datum für die Zeremonie der Heiligsprechung muss noch bei einem Treffen des Papstes mit den Kardinälen (Konsistorium) festgelegt werden. Die italienische Zeitung „Avvenire“ berichtete, sie solle am 4. September als ein Höhepunkt des Heiligen Jahres in Rom erfolgen.

Geboren wurde Mutter Teresa am 26. August 1910 in Skopje im heutigen Mazedonien. Ihre Eltern, die aus Albanien stammten, tauften sie auf den Namen Agnes Gonxha Bojaxhiu. Mit 18 Jahren trat sie in den irischen Loreto-Orden ein und kam als Novizin nach Indien, wo sie zunächst an einer katholischen Schule unterrichtete. Sie nahm den Namen Teresa an, nach der französischen Heiligen Therese von Lisieux.

Die Armut in Kolkata erschütterte sie aber so, dass die Arbeit als Lehrerin bald aufgab. Während einer Bahnfahrt erlebte sie, was sie später als „Gottes zweiten Ruf“ bezeichnete. Jesus wolle, dass sie ihm in die Slums folge, sagte sie. 1950 gründete sie ihren Orden, kümmerte sich von nun an um die Hungernden, die Vertriebenen, die Kranken und vor allem die Sterbenden. „Engel der Armen“ wurde sie genannt. 1979 erhielt sie den Friedensnobelpreis.

Bis ins hohe Alter kümmerte sie sich um die Schutzsuchenden, stets gekleidet in den groben weißen Sari mit blauer Borde ihres Ordens .„Sie hat natürlich die Bibel gelesen, aber ihr Hauptziel war es, den Armen zu dienen“, sagt Schwester Christie aus ihrem Orden. „Nie nahm sie einen Tag Urlaub, nicht einen Tag ruhte sie.“ Woher sie die Kraft dafür nahm? „Ich fülle meinen Tank mit Gebeten“, war die Antwort von Mutter Teresa.

Die charismatische Katholikin musste sich auch scharfe Kritiken anhören. Ihr Hauptziel sei es, die Armen zum Christentum zu bekehren, lautete einer der Hauptvorwürfe. Die Menschen in ihren Sterbehäusern bestätigen das allerdings nicht. Und Kinder in den Waisenhäusern des Ordens werden nicht getauft, damit Adoptiveltern sie in ihrem jeweiligen Glauben erziehen können.

Zahlreiche Beobachter bemängelten, der Orden helfe nicht dabei, die Ursachen der Armut zu beseitigen. Dies kehrte Mutter Teresa in die Aufforderung um, ihre Kritiker sollten Entwicklungsprojekte zu starten. „Ich leiste meinen kleinen Beitrag. Jeder soll das tun, was in seinen Kräften steht“, sagte sie.

Papst Johannes Paul II. sagte, Mutter Teresa habe die Geschichte des 20. Jahrhunderts geprägt. „Mutig hat sie das Leben verteidigt, hat allen menschlichen Wesen gedient, indem sie ihnen Würde und Respekt entgegenbrachte, und hat denjenigen, die vom Leben besiegt worden waren, die Zärtlichkeit Gottes spüren lassen.“ Am 5. September 1997 starb Mutter Teresa im Alter von 87 Jahren.

 

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erstellt am 18.Dez.2015 | 14:39 Uhr

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