Leckgeschlagene „Siderfly“ : Endspurt bei Bergungsarbeiten im Nord-Ostsee-Kanal

Vor einer Woche waren zwei Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal zusammengestoßen. Bei der Kollision wurde die 100 Meter lange „Siderfly“ so schwer beschädigt, dass sie zu sinken drohte.
Vor einer Woche waren zwei Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal zusammengestoßen. Bei der Kollision wurde die 100 Meter lange „Siderfly“ so schwer beschädigt, dass sie zu sinken drohte.

Der Nord-Ostsee-Kanal soll von Mittwoch an wieder für alle Schiffe offen sein. Eine Woche nach der Kollision von zwei Frachtern bei Brunsbüttel ist die Unfallstelle endlich geräumt. Damit bleibt den Kapitänen der teure Umweg um die Nordspitze Dänemarks erspart.

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05. November 2013, 17:59 Uhr

Brunsbüttel | Endspurt bei den Bergungsarbeiten im Nord-Ostsee-Kanal: Zwei Schlepper sollen den leckgeschlagenen Düngemittelfrachter „Siderfly“ noch in der Nacht in den Brunsbütteler Hafen ziehen, sagte ein Sprecher des Havariekommandos am Dienstag. Eine Woche nach der Havarie sei das Schiff wieder schwimmfähig. Die riesigen Löcher im Rumpf der „Siderfly“ wurden für die Schlepp-Tour nicht abgedichtet. Die Leistung der Pumpen reiche aus, um das Schiff schwimmfähig zu halten, hieß es. Während des Schleppvorgangs blieb der Kanal in dem betroffenen Bereich für die Schifffahrt gesperrt.

Am 28. Oktober waren zwei Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal zusammengestoßen. Bei der Kollision wurde die 100 Meter lange „Siderfly“ so schwer beschädigt, dass sie zu sinken drohte. Der unter der Flagge der St. Vincent und den Grenadinen fahrende Frachter war auf dem Weg von Brunsbüttel nach Antwerpen. Er hat Harnstoff-Kristalle geladen - weiße, ungiftige Pellets, die wegen ihres hohen Stickstoffgehaltes als Dünger genutzt werden.

Schuld an der Kollision war vermutlich der unter der Flagge der Niederlande fahrende Gastanker „Coral Ivory“, sagte der Itzehoer Oberstaatsanwalt Uwe Dreeßen. Der Gastanker war mit 4030 Tonnen Ammoniak auf dem Weg nach Finnland. Seine Laderäume blieben bei der Kollision unbeschädigt.

Der rund hundert Kilometer lange Nord-Ostsee-Kanal ist die meist befahrene künstliche Wasserstraßen der Welt. Er verbindet die Deutsche Bucht mit der Ostsee und verkürzt den Weg im Vergleich zur Route um Dänemark um gut 400 Kilometer.

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