Winterstürme : "Emma" und Co rauben tonnenweise Insel-Sand

sh:z-Lokalreporter Stefan Klar machte diese Aufnahme während des Orkans 'Emma' am 1. März auf Sylt. 1,3 Millionen Kubikmeter Sand müssen auf Deutschlands Promi-Insel neu aufgeschüttet werden.
sh:z-Lokalreporter Stefan Klar machte diese Aufnahme während des Orkans "Emma" am 1. März auf Sylt. 1,3 Millionen Kubikmeter Sand müssen auf Deutschlands Promi-Insel neu aufgeschüttet werden.

Die Winterstürme haben an den Küsten "immense Sandverluste an Stränden und Vordünen" hinterlassen. Auf Sylt müssen rund 1,3 Millionen Kubikmeter Sand neu aufgespült werden.

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14. März 2008, 06:11 Uhr

Die Sturmfluten in diesem Winter haben den Küsten im Norden enorm zugesetzt. "Wir haben immense Sandverluste an Stränden und Vordünen", sagt Johannes Oelerich. Er ist Direktor des schleswig-holsteinischen Landesbetriebs Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz in Husum. Auch in Niedersachsen haben bereits 15 Sturmfluten in diesem Winter erhebliche Dünenabbrüche auf den ostfriesischen Inseln verursacht. "Vor allem Juist und Langeoog sind unsere Sorgenkinder", sagte die Sprecherin des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Herma Heyken. Nach jeder Sturmflut würden die Schäden an den Dünen kontrolliert.
Oelerich sagte, ein erstes Schadensbild sei am Donnerstag auf Sylt entstanden. "Wir haben festgelegt, wo die nächsten Sandvorspülungen stattfinden werden." Rund 1,3 Millionen Kubikmeter Sand sollen entlang der Sylter Westküste mit den Schwerpunkten Hörnum, Westerland und Kampen aufgespült werden. Auch auf Amrum habe es Sandverluste gegeben, Föhr sei vergleichsweise glimpflich davongekommen, betonte Oelerich. "Auf Amrum werden biotechnische Maßnahmen eingesetzt: Es werden Sandfangzäume aufgestellt und Halme gepflanzt."
"Emma" riss im März große Brocken aus niedersächsischen Dünen
Heyken berichtete, Orkantief "Emma" etwa habe am 1. März dafür gesorgt, dass die Nordsee große Brocken aus den Dünen auf Spiekeroog, Wangerooge und Juist mit sich gerissen habe. Auch die Sturmflut vom 9. November 2007 hinterließ starke Dünenabbrüche auf Juist (am Hammersee), Langeoog (Pirolatal), Spiekeroog (Süderdünen) und Wangerooge (Harlehörn). Das NLWKN hatte die Dünenkette im Sommer 2007 gerade erst massiv verstärkt. Insgesamt habe das Land im vergangenen Jahr rund zehn Millionen Euro in den Inselschutz investiert, sagte Heyken.
Die klassische Sturmflutsaison dauert von November bis Anfang April. Im Sommer gibt es in der Regel nur leichtere Sturmfluten. Ungewöhnlich war die Sommersturmflut vom 26. Juni 2007. Zumindest für den Pegel Pogum an der Ems gab es einen neuen Rekord. In den vergangenen 58 Jahren wurde in einem Juni kein so hoher Sturmflutscheitel gemessen: Das Wasser war 1,32 Meter höher aufgelaufen als das normale Hochwasser.
Seit November 2006 gab es nach Angaben des NLWKN bereits 28 Sturmfluten. Grund für die hohe Zahl seien "Sturmflutzyklen" und nicht der Klimawandel. So seien in den vergangenen Jahrzehnten auf Winter mit zahlreichen Sturmfluten immer wieder ruhigere Jahre - wie etwa von 2000 bis 2005 - gefolgt.

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