Bund der Steuerzahler : Elbphilharmonie, China-Reise: So vergeudete Hamburg Steuergeld

Kuschelbären für Europa, fragwürdige Politikerreisen: Der Bund der Steuerzahler hat Geldverschwendung auch in Hamburg angeprangert.

Avatar_shz von
16. Oktober 2009, 08:10 Uhr

Hamburg | Den größten Posten mache die Elbphilharmonie aus, deren Kosten von ursprünglich geplanten 77 Millionen Euro auf inzwischen gut 323 Millionen Euro gewachsen sind. Außerdem finden sich im aktuellen Schwarzbuch auch eine 20.000 Euro teure Chinareise einer Delegation des Bezirks Hamburg-Mitte, eine Werbekampagne zur Europawahl für 125.000 Euro und vier Millionen Euro für besondere Beleuchtung an Schulen.
Mit der dynamischen Spezialbeleuchtung sollen Aufmerksamkeit und Konzentration der Schüler gefördert werden. Dazu standen vier Millionen Euro aus Mitteln des Konjunkturpakets zu Verfügung. Der Bund der Steuerzahler kritisierte, dass die Wirkung nicht erwiesen sei. Die Installation koste je Klassenzimmer 5000 Euro mehr als herkömmliche Lampen. Außerdem sei der Stromverbrauch höher.
Das Schwarzbuch kennt keine Gnade
Werbebotschaften wie "Europa ist ein flauschiger Kuschelbär" oder "Europa ist ein leckeres Fischbrötchen" sollten die Hanseaten bei der Europawahl im Juni zur Abstimmung locken. Aus Sicht des Steuerzahlerbundes war die Aktion sinnlos: Die Wahlbeteiligung war schlechter als fünf Jahre zuvor - und die 125.000 Euro verschwendet.
Auch die Reise einer 19-köpfigen Senatsdelegation zu den Olympischen Spielen in Peking im August 2008 für fast 126.000 Euro findet im Schwarzbuch keine Gnade. "Beim Steuerzahler überwiegt die Skepsis an der Sinnhaftigkeit der Reise, die kaum einen nachweisbaren Nutzen für die Stadt Hamburg erbracht haben dürfte."
Um 45 000 Euro Aufwandsentschädigung für eine Skulptur, die nie gebaut wurde, geht es in einem anderen Fall. Beim Auswanderermuseum Ballinstadt sollte für 290.000 Euro die Figur "Wings of Hope" aufgestellt werden. Nach mehreren Jahren des Verschiebens wurde das Vorhaben aufgegeben und den Künstlern die Entschädigung gezahlt.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen