Geesthacht : Elbfischer wehren sich gegen Wasserkraftwerk

Die Fischer an der Unterelbe haben vor dem vom Energieversorger Vattenfall geplanten Wasserkraftwerk an der Staustufe Geesthacht gewarnt. Durch den Sog würde alles "geschreddert".

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03. August 2008, 06:31 Uhr

"Die Turbinen erzeugen einen zusätzlichen Sog, alles oberhalb wird angezogen und geschreddert", sagte der Leiter des Elbfischereibüros im niedersächsischen Bleckede (Kreis Lüneburg), Axel Schlemann, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Fortpflanzung von Wanderfischen wie Aalen oder Lachsen werde so behindert oder ganz unterbunden. Ein Kraftwerk untergrabe sowohl langjährige Wiederansiedlungsmaßnahmen als auch die erfolgreichen Anstrengungen, die Wasserqualität zu verbessern.

Eine zweite größere Fischtreppe am Nordufer des Wehres, die als Kompensation für die Kühlwasserentnahme beim geplanten Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg gebaut werden soll, kann nach Schlemanns Auffassung die negativen Folgen eines Wasserkraftwerks nicht wettmachen und ist ohnehin längst überfällig. So hänge ein Wiederansiedlungsprojekt für den bis zu vier Meter langen Stör entscheidend von einer großen Fischtreppe ab.

Schlemann zufolge hätte das Wasserkraftwerk am Stauwehr dramatische Folgen für das gesamte Einzugsgebiet der Elbe. "Dabei wäre der Energieertrag nur der von drei modernen Windkraftanlagen." Außerdem müsse das Wasserkraftwerk auch im Kontext mit den für die Fischwelt negativen Folgen der geplanten Elbvertiefung und der zunehmenden Kühlwassernutzung gesehen werden. "Wenn Moorburg in der bisher geplanten Dimension gebaut wird, würden täglich 100 Tonnen Fisch aus der Elbe gepumpt", sagte Schlemann. "Damit wäre das Kraftwerk Moorburg der größte Elbfischer."

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