Krise : Eklat bei den Eutiner Festspielen

Die Krise bei den Eutiner Festspielen hält an: Jetzt trat der Aufsichtsrat geschlossen zurück.

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12. Juni 2008, 02:54 Uhr

Genau einen Monat vor Eröffnung der 58. Spielzeit ist der Aufsichtsrat der Trägergesellschaft zurückgetreten. Der bisherige Vorsitzende Rolf Kuhnke und seine Mitstreiter zogen damit die Konsequenzen aus dem Misstrauensvotum der Gesellschafter. Die hatten mit Mehrheit einem Antrag zugestimmt, wonach der Aufsichtsrat für mögliche Managementfehler in Regress genommen werden soll.
Sehr enttäuscht über diese Entwicklung zeigte sich Intendant Heinz Dieter Sense: "Ich bedaure sehr, dass ich mich im Herbst vorigen Jahres zur Übernahme der Intendanz der Eutiner Festspiele habe überreden lassen." Geschäftsführer Kai Luft kündigte an, zum "frühest möglichen Zeitpunkt" erneut eine Gesellschafterversammlung einberufen, um einen neuen Aufsichtsrat zu wählen.
Die Stadt Eutin hat dafür bereits 60.000 Euro bereit gestellt
Ursache der Turbulenzen bei der Eutiner Sommeroper sind erhebliche finanzielle Probleme. Die Spielzeiten 2006 und 2007 hatten trotz hoher Zuschauerzahlen rote Zahlen geliefert; zum Ausgleich der Verluste hatten öffentliche Zuschussgeber im Mai der Auflösung einer Risiko-Rücklage in Höhe von 240.000 Euro zugestimmt. Zusätzlich haben die Gesellschafter der Eutiner Festspiele GmbH gestern Abend einer kräftigen Erhöhung des Stammkapitals zugestimmt. Die Stadt Eutin hat dafür bereits 60.000 Euro bereit gestellt; die Kapitalspritze ist erforderlich, um die am 11. Juli mit Richard Wagners "Tannhäuser" beginnende Spielzeit wie geplant über die Bühne zu bringen. Im Vorverkauf ist bisher die Hälfte der rund 40.000 Karten für die Vorstellungen der 58. Spielzeit abgesetzt worden. Neben "Tanhäuser" stehen die Rossini-Oper "Der Barbier von Sevilla" sowie Schmankerlprogramme wie "Italienische Nacht" und "Gala-Abende" auf dem Spielplan.

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