Winter : Eisregen lähmt Verkehr in Schleswig-Holstein

Gerade Autofahrern macht Eisregen zu schaffen. Foto: dpa
Gerade Autofahrern macht Eisregen zu schaffen. Foto: dpa

Eisregen hat in Teilen Schleswig-Holsteins Fußgängern und Autofahrern Probleme bereitet. Die Krankenhäuser meldeten zahlreiche Knochenbrüche. Auch auf den Straßen krachte es mehrfach.

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07. Januar 2011, 12:11 Uhr

Vor dem Tauwetter hat der Winter im Norden am Donnerstag noch einmal mit seinen Tücken zugeschlagen. Eisregen und Neuschnee verwandelten viele Straßen in Schleswig-Holstein und Hamburg am frühen Morgen in Rutschbahnen. Von bis zu zwei Zentimeter Eis auf den Straßen berichtete die Polizei.
"Das ist schon extrem glatt", sagte eine Sprecherin. Zwar gab es im Norden zahlreiche Unfälle, es blieb aber meist bei Blechschäden. Im Laufe des Vormittags entspannte sich die Lage in den meisten Regionen durch deutlich über Null Grad gestiegene Temperaturen.
Allein in Hamburg registrierte die Verkehrsleitstelle bis zum Mittag etwa 130 Autounfälle. Unfälle gab es auch auf den Autobahnen und Bundesstraßen in Schleswig-Holstein. Lastwagen stellten sich quer oder kippten um.
Zahlreiche Brüche und Platzwunden
Die Glätte machte auch Fußgängern zu schaffen. In Hamburg stürzten zahlreiche Passanten und zogen sich Brüche und Platzwunden zu. In den Asklepios-Kliniken behandelten die Ärzte bis 11 Uhr mehr als 80 Patienten. Rund ein Drittel der Verletzten musste stationär im Krankenhaus bleiben. Einige Notaufnahmen verdoppelten kurzfristig die Zahl der behandelnden Chirurgen. Die Feuerwehr rückte zwischen 6 Uhr und 12 Uhr rund 200 mal aus, um Gestürzten zu helfen. Auch die Notaufnahmen des Universitätsklinikums in Kiel und Lübeck mussten sich um deutlich mehr Patienten als sonst kümmern. Es gab Knochenbrüche, Verstauchungen und andere Verletzungen.
Auf der A 7 bildete sich nach einem Laster-Unfall zwischen Schnelsen-Nord und Henstedt-Ulzburg in Richtung Flensburg ein 15 Kilometer langer Stau. Selbst Streifenwagen der Polizei kamen teilweise nicht mehr von der Stelle. In einigen Regionen im Großraum Hamburg wurde der öffentliche Nahverkehr zeitweise eingestellt. In Lübeck fuhren bis 9 Uhr rund drei Stunden lang keine Busse.
NOB-Busse blieben im Depot
Die Busse der Nord-Ostsee-Bahn blieben in Ostholstein ebenfalls im Depot. Die Autokraft musste in den Kreisen Segeberg, Stormarn und Herzogtum Lauenburg passen. Der Landesfeuerwehrverband forderte Autofahrer auf, Rettungs- und Räumfahrzeugen rechtzeitig Platz zu machen.
Auf der A 1 bei Ratekau (Kreis Ostholstein) kam ein 18-Jähriger mit seinem Auto auf eisglatter Fahrbahn ins Schleudern und rutschte in die Mittelleitplanke. Während der Rettungsarbeiten schlidderte ein zweites Auto in den auf dem Standstreifen stehenden Rettungswagen. Fünf Menschen wurden verletzt, darunter die beiden Sanitäter. Neue Probleme gab es laut Polizei, als die Sperrung an der Unfallstelle nach zwei Stunden aufgehoben wurde. Die Fahrbahn war so vereist, dass die im Stau stehenden Lastwagen zunächst nicht von der Stelle kamen. Sie mussten warten, bis die Fahrbahn abgestreut wurde.
Bio- und Restmülltonnen blieben stehen
In Lübeck registrierte die Polizei 14 Unfälle, auch in Kiel nahm die Polizei nur kleinere Unfälle auf. "Vielleicht hat die Schneeschicht, die sich auf dem Eis gebildet hatte, ja Schlimmeres verhindert", sagte Polizeisprecherin Tanja Emmen.
Auf der A1 geriet ein wahrscheinlich zu schnell Richtung Lübeck fahrendes Auto hinter dem Parkplatz Ohlendiek von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Fahrer (33) und Beifahrer (40) blieben unverletzt, eine Mitfahrerin (38) brach sich einen Arm. Auch in Dithmarschen und Steinburg behinderten Eis und Schnee den Verkehr. Im Kreis Pinneberg wurden wegen Eisregens Bio- und Restmülltonnen nicht abgeholt.


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