Uwe Döring : Eisige Expedition: Minister in der Arktis

Tschüß Kiel. Für 14 Tage geht Arbeitsminister Uwe Döring in die Arktis. Foto: Euler
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Tschüß Kiel. Für 14 Tage geht Arbeitsminister Uwe Döring in die Arktis. Foto: Euler

Justizminister Uwe Döring verbringt seinen Frühjahrs-Urlaub nicht an sonnigen Stränden - sondern in der Arktis.

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20. April 2009, 11:42 Uhr

Kiel | Alles begann mit einem Buch, das ihm eine Mitarbeiterin schenkte. Der Titel "1000 Ziele, die du gesehen haben musst, bevor du stirbst", hat Uwe Döring angespornt. Der 62-jährige Minister für Justiz, Arbeit und Europa in Kiel reist Mittwoch in die Arktis. Dort wird er zwei Wochen lang eine Forschergruppe des IfM-Geomar begleiten.
Den Ausflug macht Döring als Privatmann. "Ich werde für Kost und Logie arbeiten und bin sozusagen Werkstudent." Welche Aufgaben er vor Ort übernehmen soll, weiß Döring noch nicht. Allerdings: "Ich habe angeboten das zu machen, was ich gut kann", sagt er schmunzelnd und beendet den Satz nach kurzer Pause: "Kochen."
Bisher nördlichste Reise: Nordkap
Einmal die endlose Weite des Eises erleben, Polarfüchse und Eisbären sehen - das wollte Döring immer schon mal. "Mein nördlichstes Reiseziel waren bisher Island und das Nordkap. Als ich da war, hatte ich bei strahlender Sonne freien Blick in Richtung Nordpol. Einheimische sagten mir, das sei ein Sechser im Lotto." Denn normalerweise sei es diesig am Nordkap.
Dass Döring nun noch weiter nördlich reist, ergab sich in St. Petersburg. Dort hatte er als Europaminister zu tun, traf eine Gruppe des Otto-Schmidt-Labors für Polarforschung, an dem auch die Uni Kiel beteiligt ist. "Wie man dann so redet, hab ich gesagt, dass ich das auch gerne einmal machen würde", berichtet Döring. Was im lockeren Gespräch "so daher gesagt" war, entwickelte sich zu einem festen Plan. "Jetzt staune ich selbst, dass ich das wirklich mache", so Döring.
Wie schnell schmilzt das Eis?
Schon die Reise wird kein Zuckerschlecken: 30 Stunden braucht der Minister von seinem Wohnort Neumünster ins sibirische Tiksi. Dort liegt die Basis der Arktis-Expedition des Kieler IfM-Geomar. Das eigentliche Forschungscamp in der Laptev-See liegt weitere drei Hubschrauber-Flugstunden entfernt. Zurzeit sind 18 Forscher - auch aus Kiel - dort und untersuchen, wie schnell das Eis der Arktis schmilzt und wie schnell sich neues Meereis nachbildet. "Wir reden alle vom Klimawandel", sagt Döring. "Ich möchte selbst erleben, was da wirklich passiert und wie die Forscher arbeiten."
Bis zu minus 30 Grad herrschen vor Ort. Um sich davor zu schützen, kaufte Döring Spezialkleidung in Rotterdam. Derartige Temperaturerfahrungen hat er bisher noch nicht gemacht - jedenfalls nicht mit Kälte. "Ich war schon in Usbekistan und in der Sahara, bei 40 Grad Hitze."
Dörings Ziel: 200 von 1000 Orten sehen
Seine Familie hat Uwe Dörings Plan unterschiedlich aufgenommen. "Meine Frau sagte, ich sei verrückt", erzählt er. Und seine Tochter meinte: "So kenne ich dich."
Nach seiner Expedition im Eis wird Döring bestimmt sein nächstes Reiseziel anvisieren, das auf irgendeiner Seite des Buches mit 1000 Zielen zu finden ist. "Ich habe mir vorgenommen, etwa 180 bis 200 davon zu schaffen", verrät der Minister. Hinter 128 Orten habe er bereits einen Haken gemacht. Nach seiner Rückkehr aus Tiksi am 28. April wird es ein Häkchen mehr sein.
In seinen "Nachrichten aus dem Eis" berichtet Uwe Döring von seiner Reise.

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