Der Tour-Bericht : Einspruch! - Die Rechtsirrtümer-Show

Widmete sich den letzten Fragen der menschlichen Existenz: Ralf Höcker. Foto: Bittera
Widmete sich den letzten Fragen der menschlichen Existenz: Ralf Höcker. Foto: Bittera

Darf ich ohne Kassenbon reklamieren? Haften Eltern wirklich für ihre Kinder? Und wer zahlt am Ende die Zeche? Diese und weitere Fragen beantwortete der Kölner Anwalt und Bestsellerautor Dr. Ralf Höcker vor 1400 begeisterten Zuschauer in der neuen Flora in Hamburg.

Avatar_shz von
04. November 2007, 02:36 Uhr

Die Klischees, mit denen Anwälte konfrontiert werden, sind vielfältig. Geldgeil, skrupellos und arrogant seien sie, Rechtsverdreher vor dem Herrn und zuständig für ein staubtrockenes Gebiet. Einspruch! Dr. Ralf Höcker, Kölner Anwalt und Bestsellerautor, beweist, dass es auch anders geht. Mit seinem Live-Programm "Einspruch - Die große Rechtsirrtümer-Show" machte er am Montag in Hamburg Station und gab den 1400 Zuschauern im Theater "Neue Flora" ein juristisches Notfallköfferchen für alle Lebenslagen an die Hand.
Locker und charmant bewegte sich Höcker durch den Paragrafen-Dschungel und brachte seinen Besuchern auf humorvolle Art und Weise die Feinheiten der komplexen Rechtswelt näher. Ob Straf-, Privat- oder Verbraucherrecht - Höcker legte den Fokus nicht ausschließlich auf Unterhaltung, sondern auf Information. "Es wirkt, als säße man in einer Uni-Vorlesung - allerdings in einer ganz besonders netten", war aus den Zuschauerreihen zu vernehmen. Ob Teenager, Rechtsreferendar oder Seniorenpärchen - juristischer Aufklärungsbedarf bestand in sämtlichen Altersklassen.
"Sind Kollegen anwesend?", fragte Höcker direkt zu Beginn. "Die lauern auf ihren Sitzen und warten nur darauf, dass ich einen Fehler mache." Sie wurden enttäuscht. Souverän umschiffte der Kölner Anwalt jede Klippe, agierte mit seinem Publikum und ließ sich auch von abstrusesten Zuschauerfragen nicht aus dem Konzept bringen. Darf mein Nachbar einen überdimensionalen Gartenzwerg aufstellen, als 1,82 Meter großer Feldhase verkleidet durchs Unterholz streifen oder im Spanien-Urlaub einen Liegestuhl mit seinem Handtuch reservieren? - Höcker beschäftigte sich mit den letzten großen Themen unserer menschlichen Existenz. Einzig die Anfrage eines weiblichen Fans nach seiner Handynummer ließ der 36-Jährige unbeantwortet. Vermutlich war das für einen klischeegeplagten, ungeliebten Anwalt einfach zu viel ungewohnte Sympathiebekundung.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen