Schwebefähre in Rendsburg : Einmal über den Kanal schweben

Wird für den 100. Geburtstag fit gemacht: Die Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg. Foto: Staudt (2)
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Wird für den 100. Geburtstag fit gemacht: Die Schwebefähre über den Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg. Foto: Staudt (2)

In lockerer Folge präsentieren wir Geschichten über besondere Fähren im Land. Heute: Die Schwebefähre in Rendsburg.

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09. Juli 2013, 12:26 Uhr

Rendsburg | Nichts geht mehr an der Schwebefähre am Nord-Ostsee-Kanal in Rendsburg. Aufgebockt steht das 100 Jahre alte Wahrzeichen der Stadt Rendsburg am Südufer in Osterrönfeld. Arbeiter tummeln sich oberhalb der acht 35 Meter langen Stahlseile, die ganzen Sommerferien warten sie die Technik, die zum Teil noch aus dem Kaiserreich stammt. "Wir machen das extra in den Sommerferien, weil dann die Schulkinder, die die Fähre meist nutzen, nicht zum Unterricht müssen", sagt Markus Schulte von der Rendsburger Außenstelle des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel. Für ihn fallen die Ferien hingegen aus. Seine Frau und sein 15-jähriger Sohn müssen allein nach Frankreich fahren, denn Schulte koordiniert die Arbeiten an und unter der Hochbrücke.
"Das interessiert viele Leute - vor allem Touristen kommen zum Gucken", erzählt Schulte. "Wir müssen alles absperren, sonst laufen die hier überall herum." Manche seien enttäuscht, dass die Fähre gesperrt sei. "Aber wir mussten abwägen was uns wichtiger ist: die Wünsche der Sommergäste oder die der Rendsburger. Und da lagen uns letztere mehr am Herzen", sagt Schulte.

Bis 4. August bleibt die Fähre noch gesperrt

Zunächst sind die acht Räder entfernt worden, die die Fähre sonst am Oberwagen unterhalb der Eisenbahnhochbrücke übers Wasser transportieren - genau wie die Elektromotoren. "Wir wechseln alle Verschleißteile aus - das machen wir alle zwei Jahre, damit die Schwebefähre weitestgehend störungsfrei läuft. Die anderen Fähren auf dem Kanal werden ja auch in dem Turnus gewartet", sagt Schulte.
Wenn alle bis zu einer Tonne schweren Teile per Kran aus rund 40 Meter Höhe am Boden gelandet und in die Werft zur Wartung gebracht worden sind, beginnen die Arbeiten an der Fähre. Erst wird sie gewaschen, dann der Rost abgeschmirgelt. Anschließend werden diese Stellen ausgebessert, am Ende alles lackiert. "Dann ist sie wieder richtig schick", sagt Schulte. Die Kosten für die gesamte Wartung belaufen sich auf rund 200.000 Euro.
Bis zum 4. August bleibt die Fähre noch gesperrt. Allerdings hoffen die Fachleute vom Wasser- und Schifffahrtsamt, dass sie schon Mitte Juli die erste Probefahrt machen können - und das Wahrzeichen vielleicht schon früher wieder für den Verkehr freigeben können. Und dann kann Markus Schulte auch mal an Ferien denken.
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