Motorola Flensburg : Eine Rumpftruppe mit Zukunft

Motorola-Chef Franz Menke (li) mit dem Umzugsteam: Annette Niewald, Annette Thomsen, Horts Carstens. Foto: jol
Motorola-Chef Franz Menke (li) mit dem Umzugsteam: Annette Niewald, Annette Thomsen, Horts Carstens. Foto: jol

Motorola hat doch noch Zukunftspläne in Flensburg - wenn auch nur für zwei kleine Spezialistenteams.

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14. Juni 2008, 05:12 Uhr

Am 30. September ist an der Husumer Straße definitiv Schluss: Doch gibt es weder einen Nachfolger für jene Immobilie in der zu Spitzenzeiten 3300 Motorolaner Handys für ganz Europa fertigten noch eine langfristige Lösung für jene fast 450 Mitarbeiter, die es dann in die Transfergesellschaft wechseln.
Klar ist dagegen seit Freitag, wohin jene 200 überwiegend hochqualifizierten Motorolanern ziehen, die Flensburg langfristig erhalten bleiben soll. Gemeinsam mit rund 50 weiteren vorübergehend weiterbeschäftigten Mitarbeitern zieht Werkleiter Franz Menke mit seinem Spezialistenteam in die Etagen 4 bis 6 des Telekom-Gebäudes an der Eckernförder Landstraße. Außerdem werden die Motorolaner auch Teile des Erdgeschosses belegen, nachdem Anfang April mehr als 150 Mitarbeiter der Telekom-Tochter Vivento VCS nach Rendsburg wechseln mussten (wir berichteten). Damit wird Motorola nach dem Umzug Anfang August beschäftigungsstärkster Mieter im ehemaligen Fernmeldeamt - noch vor dem Hausherrn, der nur noch mit rund 120 Beschäftigten unter dem Logo des magentafarbenen "T" tätig ist.
Motorola-Werkleiter Franz Menke weist daraufhin, das die Mietverträge mit der Telekom unbefristet sind: "In der Öffentlichkeit ist ja der Eindruck entstanden, dass Motorola aus Flensburg ganz weggeht", sagt er. Tatsache sei, dass wichtige Teile des Technologie-Konzerns in Flensburg blieben, und zwar überwiegend Hochqualifizierte, Ingenieue und Techniker: rund 80 Leute, die die Nach Alsdorf bei Aachen ausgelagerte Logistik planen, steuern und kontrollieren, weitere 80 Mitarbeiter aus der weltweiten Reparaturdienstleistung von Motorola samt einer kleinen Reparaturwerkstatt und Schulungsbereich - sowie 40 Mitarbeiter aus der allgemeinen Verwaltung. Offen indes ist weiter die Zukunft der Werkhallen an der Husumer Straße. Es gebe Gespräche mit mehreren Interessenten, sagt Menke. Ausgang offen.

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