Ascheffel : Eine Gemeinde sucht die Tierquäler

Diese Gummibänder fand Rolf Kronberg am Dienstag Nachmittag gegen 17.30 Uhr am Penis des Pferdes. Foto: Smit
Diese Gummibänder fand Rolf Kronberg am Dienstag Nachmittag gegen 17.30 Uhr am Penis des Pferdes. Foto: Smit

Mit festen Gummibändern schnürten Tierquäler am Sonntag dem Friesenwallach Linus den Penis ab. Gestern wiederholten sie die Tat - am hellichten Tage.

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08. Mai 2008, 06:02 Uhr

Ascheffel | "Ich bin fassungslos. Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wer so etwas machen kann", sagt Petra Raabe-Kronberg (39) und kämpft gegen die Tränen. Schon am Sonntag war sie schockiert über die brutale Tat an ihrem dreijährigen Friesenwallach Linus: Jemand hatte dem Tier fünf feste Gummibänder um den Penis gebunden.
Vier Spritzen und eine kalte Dusche waren notwendig, um die Schwellung soweit zum Abklingen zu bringen, dass dem Tier das Wasserlassen wieder möglich wurde. Nach Aussage der Tierärztin hätte der Zustand durchaus auch den Tod von Linus bedeuten können. Seitdem wird der Wallach abends in den Stall gebracht.
Es müssen zwei Täter sein
Dass nun zwei Tage später jemand ihrem Pferd dasselbe noch einmal angetan hat, ist Petra Raabe-Kronberg unbegreiflich: Als sie Linus am Dienstag von der Koppel holte und erneut eine verstärkte Schwellung feststellte, entdeckte ihr Mann Rolf Kronberg wieder vier fest um den Penis gelegte Gummibänder.
Polizei und Besitzer sind sich einig: Es muss sich wenigstens um zwei Täter handeln - einer muss den Wallach festhalten, während der andere die Folter vornimmt. Die erneute Tatzeit am Dienstag liegt zwischen 9 und 17.30 Uhr. Nach Aussage der Tierärztin tritt eine so deutliche Schwellung erst ungefähr vier Stunden nach dem Anlegen ein.
In einem Verschlag gefunden

Seit einem Jahr steht der Wallach auf der Weide von Ute und Rolf Franzen. "Warum hat es da jemand gerade auf Linus abgesehen, der hatte doch schon ein schweres Leben" - Petra Raabe-Kronberg hatte ihn von Pferdehändler in einem erbärmlichen Zustand übernommen und aufgepäppelt. "Wir haben ihn in einem ollen Verschlag gefunden", erinnerte sich Rolf Kronberg. Linus zeichnet sich durch seine Gutmütigkeit und zutrauliches Verhalten aus. "Der ist so plüschig, der lässt ja alles mit sich machen", so Kronberg.

Die Weide liegt am Verbindungsweg vom Mühlenweg zum Förstereiweg. Von dem Wanderweg kann man unbeobachtet auf die Weide gelangen. Die Polizei ermittelt und bittet darum, alles zu melden, was mit der Tierquälerei im Zusammenhang stehen könnte. Unter 04353 / 410 oder bei der Polizei in Eckernförde unter 04351 / 9080 werden alle Hinweise entgegen genommen.

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