Wildtierhilfe : Ein Zuhause für kranke Tiere

Schmusen mit einem Waschbär - für Dirk Fußbahn nichts ungewöhnliches. Foto: Schmid
Schmusen mit einem Waschbär - für Dirk Fußbahn nichts ungewöhnliches. Foto: Schmid

Zwischen Waschbären, Fuchsen und Rhesusaffen: Eine Familie in Nordhastedt päppelt Wildtiere in Not auf - fast 1000 pro Jahr. Die meisten Schützlinge werden wieder ausgewildert.

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11. August 2011, 09:35 Uhr

Nordhastedt | Schmusen mit dem Waschbär, kuscheln mit dem Wildschwein oder füttern des nur wenige Tage alten Fuchses - inmitten seiner Tiere ist Dirk Fußbahn in seinem Element. Am Ortsausgang von Fiel hat der Tierliebhaber zusammen mit seiner Frau Rosi eine Wildtierhilfe aufgebaut.
Seine Fachkenntnis hat sich längst herumgesprochen. Zwischen 800 und 1000 Tiere werden jährlich bei ihm abgegeben, aufgepäppelt und meist wieder ausgewildert. Egal wie groß, wie alt, wie verletzt - um jedes vier- oder zweibeinige Tier in Not kümmert sich das Ehepaar, für das die Wildtierhilfe zu einem 24-Stunden-Job geworden ist. Und auch die drei Kinder sind Feuer und Flamme. Scheu vor kleinen und großen Vierbeinern kennen Mick, Noah und Nele nicht.
Nasenbären und sieben Rhesusaffen
Neben Gänsen, Vögel und Wildscheinen gehören auch Exoten zu den Bewohnern der Wildtierhilfe. Auf dem Hof der Familie leben inzwischen Nasenbären genauso wie auch sieben Rhesusaffen, die aus schlechter Haltung stammen und von den Behörden beschlagnahmt wurden. Die Zoos wollten sie nicht. Ein anders Zuhause wurde nicht gefunden. Ausgewildert werden können die in Indien beheimateten Affen nicht. Jetzt haben sie in Fiel einen Dauerpflegeplatz. Die Kosten tragen Rosi und Dirk Fußbahn, die längst die notwendigen Mittel für die Pflege der Tiere nicht mehr aus eigener Tasche aufbringen können und auf Spenden angewiesen sind.
Der größte Teil der aufgepäppelten Tiere wird wieder in die Natur gelassen. Immer klappt es allerdings nicht. Wenn die kleinen Füchse zu zutraulich und menschenbezogen sind, bleiben sie in dem geschützten Reich von Fußbahn. Und Waschbären - die immer häufiger in der Wildtierauffangstation in Fiel landen - dürfen sowieso nicht wieder in die Natur zurück. "Faunagefährdung" nennt das Gesetz dies.

Der "Tag der offenen Tür"
Mit einem "Tag der offenen" Tür will das Ehepaar seine Arbeit und die Tiere der Bevölkerung vorstellen und Tipps zur Haltung geben. Neben Kaffee und Kuchen gibt es auch eine Rallye mit vielen Fragen rund um Tiere für Kinder. Zudem stellt die bekannte Wolfsexpertin Tanja Askani aus dem Tierpark Lüneburg ihr neues Buch vor und gibt eine Autogrammstunde. Sonnabend, 13. August, von 14 bis 18 Uhr. "Wildtierhilfe Fiel", Fiel 46, 25785 Nordhastedt.


(shz)
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