Fockbek und Wallsbüll : Ein Wochenende der Wikinger

In Ritterrüstung präsentierten sich die Franken an der Grünsfurth. Fotos: Sopha
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In Ritterrüstung präsentierten sich die Franken an der Grünsfurth. Fotos: Sopha

Berührungspunkt zwischen Vergangenheit und Gegenwart: Am Wochenende schlossen Franken und Wikinger in Fockbek Frieden. In Wallsbüll hingegen kämpften die Nordmänner noch.

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22. August 2011, 11:57 Uhr

Der Barfußbruder hatte Glück gehabt. Die Wikinger hatten ihn auf der "Sigyn" von Haithabu bis an die Eider mitgenommen. Jetzt stapfte er mit nackten Füßen über das Stoppelfeld oberhalb der Grönsfurth, mischte sich unter fränkische Ritter, fahrende Händler und Musikanten - die den Besuchern einen Eindruck davon gaben, wie das Leben vor 1200 Jahren ausgesehen haben mag. Die Feier aus Anlass der Friedensverhandlungen im Jahre 811 war sehr gut besucht, hervorragend organisiert und wurde von den verschiedenen historischen Gruppen wunderbar mit Leben erfüllt.
"Die Furt und die Verhandlungen sind auch in Dänemark bekannt", erklärte der dänische Konsul Götz Bormann in seinen Grußworten und zitierte aus einem alten Werk: "Hemming schloss einen Friedensvertrag Karl dem Großen, mit welchem die Eider die Grenze zwischen beiden Reichen wurde." Wahrscheinlich werden die Abgesandten damals in der Furt verhandelt haben. Damit die Besucher gut zusehen konnten, versammelten sich am Sonnabend Punkt 13 Uhr die Wikinger der Gruppe "Opinn Skjold" und die Ritter von der Reinholdsburg auf der großen Wiese. Die Franken-Darsteller trugen ihre 15 Kilo schweren Kettenhemden (Schutz vor der Schwertklinge) über dem sogenannten Gambason aus Wolle. "Damit die Rippen bei einem Schlag nicht brechen", erklärte Carsten Delle. Die Templer Komthurey Reinholdsburg hatte sich sehr um Authentizität bemüht. Das fand auch die Anerkennung von Dr. Anke Feiler-Kramer, die mit ihrem Forschungsbericht die Grundlage für die Wiederentdeckung der historischen Stätte gelegt hatte. So wurden beispielsweise Geiseln und Gastgeschenke ausgetauscht - wie es damals üblich war. So wechselte Klaudia Brommund von der Horus Falknerei mit einem Greifvogel die Seite.
Spanferkel, körnige Brötchen und Met
Weil auch Friedensverhandlungen durstig und hungrig machen, hatte Schlachter Brauer ein Spanferkel gegrillt, das Fockbeker Backhaus aus Sauerteig den Grönsfurther kreiert (ein körniges Brötchen) und bei Kristin Gudehus und Torsten Schmidt aus dem nordfriesischen Lindholm gab es leckeren Met aus eigener Herstellung.
Tausend Besucher hatten sich die Veranstalter gewünscht. Ihre Erwartungen sind übertroffen worden. Und es wurden schon erste Stimmen laut, die sich eine Wiederholung des Ereignisses wünschen. Es war von Fockbek, Schülp, Westerrönfeld und Rendsburg auch bestens organisiert, mit viel Engagement durch die örtlichen Heimatvereine unterstützt worden.
Nachhaltige Akzeptanz der Bevölkerung gewünscht
Und: Die Grönsfurth als Schnittstelle zwischen Deutschland und Dänemark auf dem Ochsenweg sei prädestiniert als Hörnerplatz, erklärte Professor Dr. Reimer Witt. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Ochsenweg wünscht sich aber nicht die Aufstellung dieses Kunstwerkes, sondern auch eine nachhaltige Akzeptanz in der Bevölkerung.
Das Fest dürfte dazu ein erster Schritt gewesen sein. Und wie die Bürgermeister der beteiligten Städte und Gemeinden erklärten, sollen künftig Infotafeln auf die geschichtliche Bedeutung des Geländes rund um die Grönsfurther Berge hinweisen.
Und in Wallsbüll im Kreis Schleswig-Flensburg? Auch dort zeigten sich die Wickinger am Wochenende. Arno Böhnke hat sie mit seiner Videokamera besucht:

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